Schnipsel zu Don´t kiss the groom

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Nervös schlucke ich schwer und knabbere unentschlossen an meiner Unterlippe. Was soll schon schiefgehen – eine Nacht, erinnere ich mich und nicke schließlich. Luke kommt noch einen Schritt näher an mich ran und schiebt mich mit sich Richtung Tanzfläche.

»Tanz mit mir, Emma«, haucht er mir ins Ohr, sodass sich eine feine Gänsehaut auf meinem Körper ausbreitet. »Und erzähl mir mehr von dir, viel mehr«, setzt er nach und legt seine Hände auf meine Taille.

Ein elektrischer Blitz durchzuckt meinen Körper und lässt mein Herz einen Purzelbaum schlagen. Kurz weiche ich zurück, doch Luke zieht mich wieder in seine Arme und legt mir eine blonde Haarsträhne hinter mein Ohr.

»Bitte bleib noch«, flüstert er dabei.

Zwei Wimpernaufschläge lang sehen wir uns nur in die Augen, während wir uns zur Musik bewegen, bis sich schließlich unsere Lippen zum ersten Mal treffen. Es ist ein Gefühl, welches mit nichts zu vergleichen ist, es nimmt mir den Atem, es lässt mich schweben und alles um mich herum vergessen, während Lukes Lippen sanft meine Lippen berühren. Weich und warm spüre ich sie auf meinen, schmecke seinen Geschmack, inhaliere seinen Duft und tauche komplett ein in das Sein. Lukes Hände wandern hinauf an mein Gesicht, sanft berührt er mich, während er mich küsst. Leidenschaftlich spielen unsere Zungen miteinander und unsere Körper pressen sich immer enger aneinander. Lass ihn ein One-Night-Stand sein, so wie all die anderen Männer auch, sage ich zu mir selbst.

»Komm mit zu mir«, bringe ich schwer atmend aus mir heraus, nachdem ich unseren Kuss beendet habe.

»Bist du sicher? Vielleicht sollten wir das hier«, sagt Luke und deutet zwischen uns beiden hin und her, »nicht, ich meine, ich …«

»Komm mit zu mir«, sage ich mit noch mehr Nachdruck. Es bedarf keiner Worte mehr als Antwort. Lukes Lippen landen als Bestätigung auf meinen Lippen.

 

***

 

»Ich wohne nicht alleine, wir müssen in mein Zimmer«, bringe ich gerade so heraus, während wir hier vor der Wohnungstür schon übereinander herfallen als wären wir Tiere. Irgendwie schaffe ich es, die Tür zu öffnen, und dränge mich mit Luke zusammen polternd in Richtung meines Schlafzimmers. Nicht mein erster Männerbesuch, der die ganze WG aufwecken könnte – doch das ist mir in diesem Moment egal. Ich versuche meinen Kopf komplett auszuschalten, weil es sich viel zu gut anfühlt mit Luke. Viel zu vertraut, viel zu intim, so als würden wir uns schon viel länger kennen. Ein eigenartiges Gefühl, das hier definitiv keinen Platz hat. Wir drängen unsere Körper enger aneinander, können kaum genug voneinander bekommen.

Doch plötzlich macht Luke eine Pause und sieht nachdenklich in meine Augen. Ein eigenartiges Gefühl überfällt meinen Körper, das mit einer feinen Gänsehaut einhergeht.

»Emma«, unterbricht er meine Gedanken und intensiviert seinen Blick. »Ich, wir sollten das hier …«, ist er gerade dabei zu sagen und macht dann erneut eine Pause. »Ich möchte nichts überstürzen«, seufzt er. Amüsiert verdrehe ich meine Augen und zucke mit meinen Schultern.

»Dafür«, sage ich schmunzelnd und beginne die Knöpfe seines Hemds zu öffnen, »ist es, befürchte ich, schon zu spät!«

Ein spitzbübisches Grinsen überfällt Lukes Gesicht und versetzt meinem Unterleib erneut eine Flut Schmetterlinge, die wild in alle Richtungen umherflattern. Luke dreht mich bestimmend herum, sodass ihm nun mein Rücken zugewandt ist. Zärtlich fährt er mit seinen Händen meine Arme hoch, lässt sie wieder hinunter bis zu meiner Taille wandern und ruht dann dort, um in der Zwischenzeit feine Küsse auf meinen Nacken zu setzen. In mir schaudert es nicht zum ersten Mal heute Abend und ich spüre, wie sich die Lust immer weiter ihren Weg bahnt.

Vorsichtig öffnet er mein Kleid von hinten und lässt es sanft zu Boden fallen. Nur in meiner Unterwäsche stehe ich hier vor dem Mann, der Gefühlsregungen in mir auslöst, wie ich sie bis dato noch nicht kannte. Zum Glück habe ich meine Unterwäsche mit Bedacht gewählt. Als hätte ich es geahnt, dass heute Abend noch mehr laufen würde, trage ich meine schönste schwarze Spitzenunterwäsche. Ich war einem One-Night-Stand für heute Nacht von Beginn an nicht abgeneigt, nur zeichneten sich die ganzen Schnösel, die auf Alexanders Party herumirrten, nicht als wirklich tauglich ab. Doch dann sah ich Luke wieder und von da an, war ich verloren.

Ich spüre wie Luke meinen BH von hinten öffnet und ihn behutsam, fast so als würde er ein Geschenk auspacken, ebenfalls zu Boden gleiten lässt. Ein geräuschvolles Stöhnen entkommt ihm, als meine Brüste nun komplett enthüllt sind und ich mich wieder zu ihm umgedreht habe. Allein seine Nähe reicht aus, dass sich meine Brustspitzen wie auf Befehl aufstellen.

»Emma, du bist so wunderschön«, flüstert Luke und bedeckt meinen Hals mit Küssen, während er mit seinen Händen meine Brüste erkundet.

Seine Berührungen sind Feuer und Eis zugleich, fast zu viel für meinen erregten Körper. Ich öffne weiter sein Hemd und lasse es zu dem Berg an Kleidung am Boden sinken. Luke steht nun oberkörperfrei vor mir, mit einem perfekten Sixpack, einem schön gebräunten Körper und dunklen Brusthaaren. Luke hätte einer Werbekampagne für Männerunterwäsche entspringen können, er ist wirklich verdammt attraktiv. Erst als ich auf sein Grinsen treffe, wird mir bewusst, wie lange ich ihn schon so anschmachte. Ich spüre wie in meine Wangen die Hitze schießt und beiße verlegen auf meine Lippen. Lukes Blick wird noch erregter, er gilt einzig und allein meinen Lippen – eine Tatsache, die mich noch mehr anmacht. Luke umfasst mein Gesicht und berührt es mit seinen Händen.

»Es macht mich so sehr an, wenn du dir auf deine Lippen beißt«, haucht er mehr, als er spricht, und untermauert es mit einem weiteren Stöhnen. Und dann, dann sind wir nur mehr ein Mann und eine Frau, die sich in dieser einnehmenden Begegnung fallen lassen. Erneut spüre ich seine warmen Lippen auf meinen, schmecke ihn, fühle ihn, rieche ihn, nehme nur mehr Luke wahr. Unsere Zungen berühren einander, steigen in ein Spiel aus Geben und Nehmen ein, während ich seine Hose öffne und seinen imposanten Schwanz daraus befreie. Luke hebt mich auf seine Hüften und trägt mich zu meinem Doppelbett. Behutsam setzt er mich dort ab und kniet sich über mich. Er berührt zärtlich meinen Körper und bedeckt ihn mit leidenschaftlichen Küssen. Ich kann kaum mehr gegen das Verlangen zwischen meinen Beinen ankämpfen und möchte Luke nun endlich in mir spüren.

»Kondome sind gleich in der ersten Schublade in der Kommode neben dem Bett«, sage ich außer Atem und lasse mich genüsslich im Bett zurücksinken.

Luke nickt, greift über mich und zieht die Packung aus der Schublade hervor. »Sollte ich jetzt froh sein, dass du sie gleich hier hast oder enttäuscht?«, fragt er neckisch, während er ein Kondom aus dem Päckchen herauszieht.

»Tut mir leid, wenn ich dich enttäuschen muss, aber Jungfrau bin ich keine mehr«, sage ich amüsiert und ziehe Luke wieder zu mir.

Luke stößt ein vergnügtes Lachen aus und öffnet die Kondomverpackung. Langsam rollt er das Gummi über seinen erregten Schwanz und berührt dann sanft meine sensibelste Stelle mit seinen Fingern.

»Ich will mehr«, stöhne ich fast flehend und ziehe Luke noch näher an mich heran.

Sanft reibt er mit seiner Spitze über meine Klitoris, blickt mir dabei tief in meine Augen und dringt dann langsam in mich ein. Es ist ein unglaubliches Gefühl, Tausend Mal intensiver, als ich es je gespürt habe. Erst als er ganz in mir versunken ist, und mir die Zeit gegeben hat, mich an seine Größe zu gewöhnen, beginnt er, sich in mir zu bewegen. Während wir uns küssen als gäbe es kein Morgen, was für unsere Beziehung zumindest Tatsache ist, gleitet er weiterhin im perfekten Rhythmus auf mich angepasst, in mich hinein und heraus. Immer wieder und wieder, während wir einander geben, was wir in diesem Moment beide brauchen. Ich spüre wie sich mein Höhepunkt an mich heranpirscht. Wie sich der Druck immer weiter in mir aufbaut und ich schließlich in Tausend Teilchen zerspringe, während sich dieses unglaubliche Gefühl dieses Mal bis zu meinem Herzen hochschleicht. Ich stöhne laut in meinen Kuss mit Luke hinein und verliere mich beinahe mit ihm. Ich spüre immer noch die Nachbeben meines ersten Orgasmus, als eine zweite noch stärkere Welle über mich rollt. Eine Gegebenheit, die ich so noch nicht kannte. Ein Orgasmus war bis jetzt immer der Höhepunkt eines One-Night-Stands und nicht einmal mit Adrian hatte ich zwei Orgasmen, obwohl ich ihn besser kenne, als die meisten Männer. Und doch baut sich dieses Gefühl immer weiter in mir auf. Immer stärker wird der Druck, das Kribbeln, das Flattern in meinem Unterleib und dann stöhnt auch noch Luke in einem tiefen kehligen Ton meinen Namen. Ich komme und komme und ich kann gar nicht mehr damit aufhören. Es ist wie eine Welle, die mich mitnimmt und mich auf eine Reise nimmt, die ich bis dahin gar nicht für möglich hielt. Ich spüre wie Luke in mir kommt als er das Unmögliche schafft. Ich komme ein weiteres Mal. Unsere Lippen treffen erneut aufeinander, während wir beide tiefe Befriedigung erlangen.

 

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