Schnipsel zu Cruel Boss – Er wird dich lieben

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»Ich habe Zeit, wenn du reden möchtest, oder ein Taschentuch brauchst.« Domenicos Lippen verzogen sich zu einem Lächeln. Es stand ihm, auch wenn er nicht oft eines aufsetzte. Seine Augen leuchteten auf, während er in mein Gesicht sah, und ich musste instinktiv zurück grinsen.

»Diesmal brauche ich keines. Aber reden möchte ich auch nicht«, gab ich zu und erntete einen enttäuschten Blick von Dom. Von einer Sekunde auf die nächste war sein Lächeln verschwunden und der harte Gesichtsausdruck kehrte auf seine Züge zurück.

»In Ordnung. Wenn ich sonst etwas für dich tun kann, Aurora, egal, was es ist, lass es mich wissen.« Als hätte er sich verbrannt, ließ er mich wieder los und stampfte zwei Schritte an mir vorbei, um zu gehen. Mein Herz zog sich schmerzhaft zusammen. Egal, was es ist. Wirklich alles? Ich hoffte es.

»Du kannst etwas tun«, murmelte ich und brachte ihn damit dazu, stehen zu bleiben. Doch er drehte sich nicht zu mir um. Wie zu einer Salzsäule erstarrt, rührte er sich nicht.

»Was?«, wollte er wissen und wieder machte mein Herz einen Sprung. Ich hatte Angst. Wirklich. Was war, wenn er mich abwies? Könnte ich das ertragen? Oder würde es mich einfach umbringen, sodass ich wenigstens mit niemand anderem schlafen musste? Ich wusste es nicht, aber solange ich nichts sagte, würde ich es auch nicht erfahren.

»Schlaf mit mir«, bat ich und reckte das Kinn. Ich wollte nicht so erbärmlich aussehen, wie ich mich fühlte. Schlimm genug, dass ich mir plötzlich ganz klein vorkam. Dann musste ich nicht auch noch den Kopf einziehen und mich vor der Welt verstecken.

»Wie bitte?« Domenico drehte sich zu mir um. Seine Pupillen waren geweitet. Schock stand in seinem Gesicht geschrieben. Er blinzelte mehrmals, als glaubte er, meine Gestalt würde sich dann vor seinen Augen auflösen, doch ich blieb, wo ich war.

»Würdest du mit mir schlafen? Bitte?«, flehte ich erneut und verschränkte die Arme vor der Brust. Trotz der Temperaturen wurde mir entsetzlich kalt. Ich hatte damit gerechnet, dass er vielleicht lachen und es anfangs für einen Witz halten würde, oder mich fragte, ob ich den Verstand verloren hatte. Doch stattdessen sah ich deutlich die Verärgerung in seinen Augen aufblitzen. Er wollte es nicht. Mist, natürlich nicht. Was hatte ich denn gedacht? Aber warum schickte er mich dann nicht weg? Er stand da und legte den Kopf schief. Seine Augenbrauen waren so weit zusammengezogen, dass sie sich beinahe in der Mitte berührten.

»Wieso solltest du das wollen?«, fragte er und ging einen Schritt zurück, als hätte er Angst, ich würde gleich über ihn herfallen, wenn wir uns zu nahe waren. Sag es! Sag es, verdammt! Ich wollte ihn anschreien. Er sollte mich wegschicken. Dann war es wenigstens vorbei. Doch noch immer tat er es nicht. Sein Atem ging weiterhin ruhig, gleichmäßig. Wäre seine verkrampfte Haltung nicht, hätte ich von außen nicht schließen können, ob ihm klar war, worum es hier ging.

»Ich … Tust du es, oder tust du es nicht?« Meine Stimme war nur noch ein Flüstern und ich sah hinab auf meine Finger, um ihn nicht ansehen zu müssen.

»Aurora, du solltest nicht …«, begann Domenico und schüttelte langsam den Kopf. Er fuhr sich durch die Haare und gab einen frustrierten Laut von sich. Schritte erklangen. Dann kamen seine Schuhe in mein Blickfeld und im nächsten Moment hoben zwei seiner Finger mein Kinn an. Meine Augen richteten sich auf ihn.

»Dich anflehen müssen? Das stimmt. Also sag einfach, wenn du es nicht willst, dann gehe ich wieder.« Ein Schluchzen drang aus meiner Kehle. Ich wollte nicht gehen. Ich wollte bei ihm bleiben. Verstand er das nicht? Ich brauchte ihn. Nicht nur jetzt, sondern immer. »Wenn du mich wirklich nicht willst.« Ich schniefte.

»Du bist wunderschön.« Dom beugte sich zu mir hinunter. Er legte seine Stirn an meine. Sofort wurde mir wieder wärmer, als ich seinen Atem an meiner Haut spürte. »Aber du solltest es mit jemandem tun, der …«

»Sich um mich kümmert? Der möchte, dass es mir gut geht? Mit jemandem, den es interessiert, ob ich Schmerzen habe oder weine?«, unterbrach ich ihn und lachte, doch es klang falsch. Zu verbittert. In meiner Stimme lag keine Spur Fröhlichkeit. Sah er nicht selbst, dass er der Einzige war, den ich immer gewollt hatte? Viele andere Männer  – Mitglieder aus anderen Clans – wollten mich. Ich sah aus wie die klassische italienische Schönheit mit den dunklen Haaren, den langen Wimpern und den vollen Lippen, die nur noch von meinen großen Brüsten getoppt wurden. Dazu noch meine Augen, die mich wiederum von allen anderen Frauen abhoben. Ja, es gab genug, die mich für eine Nacht wollten. Und er konnte mich haben. Er musste nur zugreifen und ich würde mich umdrehen, meine Hände auf der Steinbank neben uns aufstützen und mich von ihm nehmen lassen, während die Blätter sanft um uns im Wind raschelten.

»Ich …« Dom biss die Zähne zusammen. Er mahlte mit den Backenzähnen. Ich spürte die Bewegungen an meinem Gesicht, das immer noch mit seinem verbunden war. Ich müsste nur das Kinn heben und unsere Lippen würden sich berühren. Doch das wäre übergriffig, richtig? Außerdem fehlte mir der Mut.

»Es gibt niemanden, dem ich wichtiger bin als dir. Niemand, der sich besser um mich kümmert«, flüsterte ich und legte meine Hand auf die Knopfleiste seines Hemds. Es fühlte sich weich unter meinen Fingern an, doch je stärker ich dagegen drückte, desto härter wurde das Gefühl, weil er seine Muskeln anspannte. Sie pressten sich gegen meine Berührung und ein Keuchen kam über seine Lippen. Erstaunt öffnete ich den Mund ein Stück, bevor ich die Augen an ihm hinabgleiten ließ. Ich schluckte. In seiner Hose war eine deutliche Beule zu sehen. Er war erregt. Mein Herz begann zu flattern. Er wollte mich. Oh Gott sei Dank!

»Wieso willst du das?« Doms Stimme rutschte einen Ton in die Höhe, als müsste er sich anstrengen zu sprechen und dann wurde mir klar, dass das nicht daran lag, weil er meine Frage oder mich abstoßend fand, sondern er sich zurückhalten musste, um mich nicht auf den Boden zu werfen und über mich herzufallen.

»Ist das wichtig?«, hinterfragte ich und griff mit der freien Hand nach seinem Gesicht, um ihm noch näher zu sein. Am liebsten hätte ich mich in ihm verkrochen, weil er – obwohl er mich sichtlich wollte – dennoch nachbohrte, damit es mir gutging.

»Du solltest es nicht aus dem falschen Grund tun.« Domenico drückte seinen Unterleib an meinen. Sein linker Arm umschlang meine Hüfte und seine Finger legten sich an meinen Hintern. Ein Kribbeln durchfuhr meinen Unterleib.

»Es wäre früher oder später passiert. Ich weiß es.« Seine Berührungen brachten mein Herz zum Stillstand. Jedes Mal, wenn er mit der Hand über meinen Hintern strich, hatte ich das Gefühl zu schmelzen. Ich wollte mich näher an ihn drängen und meine Hüfte bewegen, um den harten Schaft zu spüren, der sich an meine Mitte bohrte, doch das ließ Dom nicht zu. Immer wenn ich vorwärts stieß, drückte er sich zurück.

»Warum dann nicht später?«

»Weil ich dir jetzt nah sein will.« Solange ich noch die Chance hatte.

»Du bist dir also wirklich ganz sicher?« Dom leckte sich über die Lippen und beugte sich noch ein Stück weiter runter, bis sein Mund genau über meinem zum Halten kam. Seine Atmung war nun schneller, unregelmäßiger. Ob er ebenfalls nervös war?

»Ja«, bestätigte ich und schloss die Augen. Das Flattern in meiner Magengrube wurde unerträglich. Als würden Millionen Schmetterlinge darin mit ihren Flügeln schlagen und einen Weg in die Freiheit suchen. Doch es war kein schlechtes Gefühl. Es war nur neu und aufregend. Genau wie das Glühen zwischen meinen Schenkeln, das immer stärker wurde.

»Gut.« Ohne Vorwarnung überbrückte Dom die letzte Distanz und drückte seine Lippen auf meine. Zuerst ganz sanft, sodass ich es beinahe nicht spürte. Doch die Wärme an meinem Mund und der explodierende Geschmack nach Whisky und Minze zeigten, dass ich es mir nicht einbildete. Dom küsste mich und mit jedem Wimpernschlag wurden seine Lippen drängender. Seine Wärme umhüllte mich, zog mich näher zu ihm und ließ mich keuchen. Das Gefühl in meinem Magen wurde stärker. Das Glühen verwandelte sich in lodernde Flammen und brannte alle Unsicherheiten aus meinem Körper. Domenico glitt erneut mit seinen Händen über meinen Rücken und tiefer zu meinem Hintern, wo er seine Finger in mein Fleisch bohrte. So fest, dass ich instinktiv nachgab und die Beine anzog. Ich schlang sie um Doms Mitte und legte meine Arme um seinen Nacken, um mich an ihm festzuhalten. Mein Puls stieg. Das Herz in meiner Brust pochte so laut, dass ich dachte, Dom müsste es hören, doch selbst wenn er es tat, reagierte er nicht darauf. Er drückte mich nur weiter an sich, sodass sein Schritt sich endlich an meine Mitte presste und verzog den Mund zu einem Grinsen, als ich das erste Mal mein Stöhnen nicht zurückhalten konnte. Hitze überzog mein Innerstes, füllte mich aus und sorgte dafür, dass ich verglühte. Zwischen meinen Schenkeln wurde es feucht. Dom müsste es auch mitbekommen, immerhin war es nur eine Anzughose, die seinen Schwanz von mir trennte. Doch er küsste mich und küsste mich, ohne mich anderweitig zu berühren. Seine Hände blieben stützend an meinem Hintern, während ich mich verzweifelt an ihm rieb, um etwas gegen das Pochen in meinem Schritt zu tun. Noch niemals zuvor war ich mir so bewusst, eine Frau zu sein, wie in diesem Augenblick. Meine Klitoris verlangte nach Aufmerksamkeit, Blut strömte in meine Vulva und meine Muskeln zogen sich schmerzhaft zusammen. Es war furchtbar und gleichzeitig unglaublich.

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