Leseprobe zu Bad Valentine – Er wird dich verderben

Kapitel 15, 16 & 17

Lesezeit: circa 20-30 Minuten

Elliot

Du schläfst nicht mit ihnen?« Vollkommen entgeistert starre ich ihn an.
»Doch. Wenn sie auf mich zukommen. 
Ich ergreife niemals die Initiative.«

Ich muss echt aufpassen, dass mir die Kinnlade nicht auf die Füße knallt. Außerdem muss ich ganz ehrlich zugeben, dass mich der Gedanke irgendwie scharf macht.

Nein. Nicht der Gedanke.

Alles. Alles hier. Die gesamte Situation. Eigentlich, seitdem ich in Ashers Auto gestiegen bin.

Zuerst habe ich es nicht registriert; vielleicht auch unbewusst unterdrückt. Aber mit jeder Minute, die ich in Ashers Gegenwart verbracht habe, hat mein Herz immer aufgeregter zu klopfen begonnen, mein Magen ist nur noch ein vibrierendes Knäuel und mein Unterleib zieht sich im Minutentakt auf eine köstliche Art und Weise zusammen.

Ich will, dass Asher mir beim Duschen zusieht.

Aber genauso möchte ich, dass er mich davon überzeugt.

Ich möchte, dass er mich überredet.

Allerdings befürchte ich, dass er es nicht tun wird. Stattdessen steht er mit verschränkten Armen vor mir und scheint darauf zu warten, dass ich irgendetwas sage.

Vielleicht wartet er ja sogar darauf, dass ich ihm eine Anweisung gebe?

»Ähm. Ich weiß gerade nicht, was du von mir erwartest«, spreche ich genau das aus, was mir durch den Kopf schwirrt.

»Ich habe dir gesagt, was ich von dir erwarte, Elliot. Wenn du es nicht tust, kann ich es nicht ändern. Dann werden wir hier so lange stehenbleiben, bis du dich dazu entschieden hast, zu handeln. Was immer das sein wird.«

Angespannt presse ich die Zähne zusammen, bis mein Kiefer rebelliert. Das tue ich häufiger in letzter Zeit. Vor allem nachts. Ich bin kein Zähneknirscher, sondern ich beiße unbewusst meine Zähne zusammen. So sehr, dass ich beinahe jeden Tag an Spannungskopfschmerzen leide. Da hilft auch meine persönliche Aromatherapie nicht mehr. Und Yoga ebenfalls nicht.

Vielleicht sollte ich Asher genau das erzählen; dann würde unter Umständen diese eigenartige elektrisierte Anspannung zwischen uns verschwinden.

Die Luft ist wie aufgeladen. Ich warte förmlich darauf, dass es über unseren Köpfen zu donnern beginnt und die ersten Blitze auf uns niedersausen.

So ein abkühlender Gewitterregen würde uns beiden ganz guttun.

Ja. Es ist wie dieser Moment zwischen Donner und Blitz. Ein Moment, in dem meine Haare wie wild anfangen zu knistern und sich leicht aufstellen.

Mein Blick schweift zu dem Ledersofa und dem Flachbildfernseher. Möglicherweise könnten wir es uns einfach gemütlich machen? Ich könnte ihm anbieten, auf der Couch zu schlafen, wenn er schon unbedingt darauf bestehen muss, dass ich die gesamte Nacht hier verbringe. Aus irgendeinem Grund will ich gar nicht erst in Betracht ziehen, dort oben auf der Empore zu übernachten. Wo ein Bett ist, da ist auch … genug Platz für zwei.

Nein. Das möchte ich nicht.

Automatisch frage ich mich, ob Kenny wohl inzwischen meine Nachrichten bekommen hat und auf dem Weg hierher ist. Er würde es niemals zulassen, dass … na ja. Er würde das hier nicht zulassen. Was immer das hier gerade ist.

Glaube ich zumindest. Vermutlich würde er mich sogar zurechtweisen, dass ich mich nicht so anstellen soll – erst recht seitdem Asher behauptet hat, er würde nur mit den Kundinnen schlafen, wenn sie auf ihn zukommen.

Nichtsdestotrotz ändert es nichts daran, dass ich Ashers Forderung nicht nachkommen werde. Das ist schlicht und ergreifend gegen meine Prinzipien und zusätzlich würde es mich in meinem Stolz kränken.

Denke ich.

Ja. Ich werde Asher jetzt anbieten, auf der Couch zu übernachten. Ich bin mir sogar fast sicher, dass er damit einverstanden ist.

»Okay.«

Ashers Augenbrauen schießen nach oben. »Das ging aber schnell.«

Mir rutscht sprichwörtlich das Herz in die Hose. Ja, ich kann richtig spüren, wie ein eigenartiges Prickeln durch meine Eingeweide rauscht.

Oh Gott. Ich habe mich … keine Ahnung … Habe ich mich verplappert? Wie nennt man es, wenn man etwas ganz anderes sagt, als man eigentlich im Begriff war zu sagen, weil man … mit den Gedanken schon viel weiter war?! Ja, ich habe sozusagen für Asher geantwortet, da in meiner Vorstellung bereits alles geregelt war!

»Ääähm! Nein, ich meine … Oh verdammt!« Ich klatsche mir die Hände vors Gesicht, weil mein Kopf mit einem Mal total leergefegt ist. Es ist, als würde mein Verstand auf einmal komplett gegen mich spielen. Normalerweise ist doch mein Verstand derjenige, der gegen alles, was Spaß machen könnte, etwas einzuwenden hat!

Aber jetzt hat er sich einfach verabschiedet.

»Ja?«, höre ich Ashers durchaus amüsierten Bariton direkt vor mir.

Diese Tatsache wäre für gewöhnlich gar nicht so schlimm, weil er ja schon die ganze Zeit vor mir steht. Nur hört es sich gerade so an, als würde er unmittelbar vor mir stehen. Weitaus weniger als eine Armlänge. So, dass wir uns nicht berühren, es aber täten, wenn Asher sich nur einen Deut bewegen würde.

Augenblicklich nehme ich die Hände vom Gesicht und weiche instinktiv einen Schritt vor ihm zurück. Er geht tatsächlich auf Tuchfühlung; beugt sich zu mir hinunter, als würde er mich küssen wollen.

»Ich dachte, du … guckst nur«, murre ich prompt. Zwar erscheint mir mein Kopf nach wie vor beängstigend leer, aber mein Mundwerk funktioniert wenigstens noch.

»Tue ich auch. Habe ich dich berührt? Nein.«

 

»Doch. Vor ein paar Minuten hast du meine Hand gehalten. Du lügst mich also an. Willst mir was vormachen. Damit ich einknicke.« Kritisch beäuge ich ihn und weiche den nächsten Schritt zurück. »Wenn du bloß ein Spanner wärst, würdest du dich anders verhalten. Dann wärst du eher der Typ ›Ich halte mindestens dreißig Meter Abstand und verstecke mich hinter Gegenständen und in den Schatten‹.«

Er schenkt mir ein weiteres Stirnrunzeln und lässt seinen Mundwinkel zucken. Der Rest seiner Gesichtszüge bleibt allerdings hart, fast schon zornig. Die Belustigung, die ich eben in seinem Tonfall vernommen habe, hat nicht seine Miene erklommen.

»Wieso sollte ich das tun? Du weißt doch, wer ich bin und was ich mit dir vorhabe. Ich sehe da ehrlich gesagt keinen Grund, mich vor dir zu verstecken.« Er macht den Schritt, den ich eben vor ihm zurückgewichen bin, erneut auf mich zu.

»Ah ja.« Unruhig schaue ich zum Ledersofa, gehe einige Schritte seitwärts und greife nach der Lehne.

Gerade will ich das Möbelstück umrunden, um etwas zwischen mir und Asher zu wissen, da packt er meinen Arm – so unnachgiebig, dass mir ein keuchender Laut entflieht. »Was machst du da? Hast du plötzlich Angst vor mir?«

Sofort entziehe ich mich ihm und fixiere seine hellen Augen. »Ich fühle mich schon die ganze Zeit nicht sehr wohl, falls es dir noch gar nicht aufgefallen ist. Ich kann mich nur wiederholen: Ich bin die Falsche für diese … Session.«

»Session?« Asher gibt ein humorloses Lachen von sich und senkt den Kopf, sodass seine Miene wieder von Schatten umwölkt wird. »Wieso sollte das hier eine Session sein?«

Ich zucke mit den Achseln und weiche kontinuierlich vor ihm zurück, bis ich zwischen Sitzfläche und dem gläsernen Couchtisch stehe, auf dem einzig und allein eine Fernbedienung liegt, mehr nicht.

»Sag es mir Elliot: Stellst du dir so eine Session mit jemandem wie mir vor?« Irgendwie komme ich mir in Ashers Gegenwart immer dämlicher vor. Ja, ich habe regelrecht das Gefühl, dass er mich ständig für blöd erklärt, weil ich absolut keine Ahnung habe, was er eigentlich von mir will.

»Weiß ich doch nicht!«, schießt es aus mir heraus, während ich zur Betonung der Worte auf die Sitzlehne schlage. »Ich verstehe nicht, was das Ganze hier soll. Ich raste gleich noch aus! Mir wurde gesagt, dass ich einen stinknormalen – aber schlechtgelaunten – Callboy zugeteilt bekomme, der mit mir einen Kaffee trinken geht, damit meine Mutter endlich von ihrer Schnapsidee ablässt, mir einen ihrer steinalten, geistesgestörten Clubkameraden vorzustellen. Sie sollte einfach nur denken, dass ich jemanden kennengelernt habe, der mich am Valentinstag ausführt. Und … ja. Und morgen wollte ich mir einen Job suchen, damit ich endlich von ihr loskomme. Damit ich lerne, auf eigenen Beinen zu stehen. Und was machst du? Du entführst mich auf diese … diese … Ranch, sagst, ich komme erst morgen früh wieder nach Hause, du beißt mich und dann … ja dann behauptest du auf einmal, dass du mich gar nicht anfassen wirst, sondern mir nur beim Duschen zusehen willst. Geht’s denn? Entweder beißt du oder du hältst Abstand und bespannerst mich!«

Geduldig – und mit verschränkten Armen – hat Asher sich meinen Ausbruch angehört. Selbst nachdem ich ihm die letzten Worte regelrecht entgegengespien habe und meine Stimme bereits zu brechen drohte, da ich mit den Nerven echt am Ende bin, verharrt er einen Atemzug lang.

Er schweigt. Offenbar will er abwarten, ob ich noch weitere Unterstellungen für ihn bereithalte, die ich ihm an den Hals werfen möchte.

»Bist du fertig?«, erkundigt er sich zu allem Überfluss.

»Nein, bin ich nicht!«, motze ich ungehalten. »Was soll das alles?!«

»Ich habe dir doch gesagt, was es soll. Ich spule lediglich meinen Part ab. Du hast mich angeheuert und ich mache das, wofür ich bezahlt werde.«

 

»Ist das so? Ich habe den Eindruck, dass du eben nicht das tust, wofür du bezahlt wirst. Ich kann mich nur wiederholen: Du hast mich überwältigt und gebissen und zehn Minuten später behauptest du, du würdest deine Kundinnen nicht anfassen.«

»Das gehörte zu der Entführungssequenz.« Sein Mundwinkel zuckt erneut, aber das ist noch immer die einzige amüsierte Regung, die ich erkennen kann.

»Ach so, wir unterhalten uns jetzt in Sequenzen?« »Möchtest du wieder über Sessions sprechen?« »Hör auf, um den heißen Brei herumzureden. Was hat das mit den Sequenzen zu bedeuten?«

»Ich arbeite in drei Sequenzen: Informieren, entführen, bedienen.«

»Bedienen nennst du das?« Ich gebe ein geringschätziges Schnauben von mir. »Und informieren? Stalking heißt das.«

»Wenn du meinst.«

»Du hast mich also seit vorgestern Nachmittag ausspioniert?«

»Ja, ich habe mich über dich informiert. Richtig. Aber ich finde, das ist vollkommen legitim, da ich ja auch wissen wollte, mit wem ich es zu tun habe.«

»Ich bezweifle gerade, dass die Art und Weise, wie du vorgegangen bist, legitim war. Oder zumindest nicht mein Verständnis von legitim.«

 

»Das mag schon sein.« Wieder macht er einen Schritt auf mich zu.

Folgendermaßen bewegen wir uns also ab sofort durch den Wohnraum. Die ganze verdammte Nacht, wie es aussieht: Er macht einen Schritt auf mich zu und ich weiche mindestens zwei Schritte zurück. Das wird wohl niemals aufhören.

Längst habe ich Sofa und Couchtisch hinter mir gelassen und tappe ziellos im freien Raum umher, ohne etwas zu finden, an dem ich mich abstützen kann. Etwas, das mir zumindest vorgaukelt, ein wenig Rückhalt für mich übrigzuhaben.

Als ich mir hektisch über die Schulter blicke, erkenne ich, dass ich mich nicht auf eine Wand zubewege, sondern zielsicher auf eine Tür zusteuere, von der ich befürchte, dass es sich um die Badezimmertür handelt.

Irgendwie habe ich im Gefühl, dass Asher mich bewusst dorthin lotst. Nicht um mich zu zwingen, sondern eventuell sogar, um mir die Entscheidung zu erleichtern.

Eben hatte ich mir erhofft, dass er mich überredet. Vielleicht ist es tatsächlich seine Art, das zu tun?

Doch mein Stolz schießt noch immer quer. Asher und ich befinden uns jeweils auf einer Position, die eigentlich nicht zu einer Einigung einlädt: Sprich, wenn ich jetzt einknicke, mache ich mich unglaubwürdig. Ich sollte durchaus meinen Standpunkt vor ihm vertreten.

Hilflos weiche ich einen weiteren Schritt zurück und stoße mit meinem Hintern an das helle Holz.

Sofort lässt Asher den restlichen Abstand zwischen uns schmelzen. Er befindet sich nur noch eine Armlänge von mir entfernt und stemmt die Hand direkt neben meinem Kopf in die Tür. »Also, Elliot. Ich sehe ein, dass du mit der Gesamtsituation nicht so ganz einverstanden bist. Besser gesagt, du bist überfordert.«

Er fixiert meinen Blick und mir bleibt nichts anderes übrig als ihn anzustarren. Ich bin wie versteinert. Sein Blick hält mich gefangen und mit jedem Atemzug, den wir beide nehmen, wird das Schweigen zwischen uns lauter. Es ist, als würde Asher förmlich darauf warten, dass ich ihm auf seine Unterstellung antworte.

»Korrekt?«, erkundigt er sich in diesem Moment und mir wird klar, dass mein Bauchgefühl den richtigen Riecher hatte.

»Sowohl als auch«, wispere ich. Damit habe ich ihm mehr von mir preisgegeben, als ich eigentlich wollte.

»Happy Valentines Day«, raunt er in mein Gesicht. »Ich mache dir einen Vorschlag: Entweder gehst du jetzt duschen, ich sehe dir dabei zu und dann bringe ich dich um Mitternacht nach Hause. Oder das hier geht die ganze Nacht so weiter und ich werde mir überlegen, wann ich dich nach Hause bringe.«

Eigentlich sollte ich empört nach Luft schnappen. Das weiß ich. Aber ich tue es nicht. Weil gerade ein komplett anderes Gefühl durch meine Adern rauscht, das mir ein verhaltenes Keuchen entlockt. Hoffentlich fällt ihm der Unterschied nicht auf.

»Ich könnte auch noch einmal das Safeword aussprechen. Es sei denn, du ignorierst es erneut«, zische ich ihm entgegen.

»Probiere es doch aus.«

Einen Wimpernschlag lang spiele ich tatsächlich mit dem Gedanken. Es liegt in meinem Ermessen, das Ganze hier zu beenden. Ich weiß, dass es ein Test ist. Und ich fürchte, Asher hat mich durchschaut. Er scheint zu wissen, dass es mich reizt, seine Aufforderung zu befolgen. Dass er mich reizt.

»Wusste ich es doch«, flüstert er, beugt sich vor, so nah, dass ich seinen Atem auf meinen Lippen spüre. »Du willst es. Und wirf mir bloß nicht vor, dass ich dir keine Wahl lasse.«

Verstört beiße ich mir auf die Unterlippe und registriere im selben Moment, wie Asher mir auf den Mund starrt. »Nein.« Instinktiv versuche ich, ein paar Zentimeter vor ihm zurückzuweichen, doch da ist nichts außer der Tür in meinem Rücken, die standhaft dagegen hält. »Ich will es nicht. Ich habe es nicht zu wollen. Weil das hier nicht richtig ist.«

»Aber?«, hakt Asher mit dunkler Stimme nach. Ja, seine Stimme ist um einige Nuancen tiefer und rauer geworden. Aus irgendeinem Grund lässt mich diese Tatsache Mut fassen, weil ich ihn offensichtlich nicht kaltzulassen scheine. Mut, weil ich mit meinen Gefühlen nicht allein dastehe.

»Ich … Ich … Du reizt mich.«

Er lehnt sich ein paar Zentimeter zurück. Und endlich scheint die Andeutung von einem Schmunzeln sein Gesicht zu erhellen. »Inwiefern?«

Ich rolle mit den Augen, was sein Schmunzeln wiederum verschwinden lässt. »Jetzt quäle mich doch bitte nicht so.«

»Ich quäle dich nicht. Ich möchte nur wissen … woran ich bin.« Seine Stirn legt sich in Falten, als wäre er derjenige, der die ganze Zeit irgendwelchen perversen Spielchen ausgesetzt ist.

»Ich meine damit, dass du mich auf eine Art und Weise reizt, die in mir den Wunsch aufkommen lässt, es einfach auszuprobieren.« Die Worte verlassen meinen Mund wie die Salve eines Maschinengewehrs. Weil ich befürchtet habe, dass ich mich im nächsten Atemzug nicht mehr traue, sie auszusprechen.

Es ist raus. Asher hat gewonnen.
»Dann geh.« Als ich verwirrt blinzele, ist da wieder 
diese Andeutung von einem Schmunzeln. »Duschen.« Erneut beiße ich mir auf die Unterlippe und sein Blick bleibt wie zuvor daran hängen. »Jetzt.« Seine Stimme ist wie das Donnergrollen eines Sommergewitters und lässt keinen Widerstand mehr zu, fürchte ich.


Asher

Interessant.
Ich habe dich dort, wo ich dich haben will, Elliot. Du reagierst genau so auf mich, wie du es 
solltest.

Ich habe dich in der Hand – und das werde ich ausnutzen.

Mein Körper reagiert auf dich.
Er will dich.
Er sieht nicht in dir die verwöhnte, kleine Prinzessin,

die du bist, und die mir gehörig auf den Sack geht.
Er sieht in dir die fünfundzwanzigjährige Frau, die

dringend mal wieder durchgefickt werden muss. Es ist alles so, wie es sein soll.
Und doch …

Und doch ist irgendetwas anders als sonst.

Ich muss herausfinden, was es ist, bevor ich einen Fehler begehe, der sich nicht wieder bereinigen lässt.

 

Elliot 

Ich habe ihm den Rücken zugekehrt.
Die ganze Zeit.
Ich rede mir ein, dass Asher bisher nur meinen Hintern betrachten konnte, obwohl dieses Badezimmer mehr Ganzkörperspiegel beherbergt als die Umkleidekabine in einer Modeboutique.

An Mobiliar gibt es nur einen Spiegelschrank über dem Waschbecken und einen entsprechenden Unterschrank. Die Duschkabine ist ebenerdig und mit einer vollkommen durchsichtigen Plexiglas-Trennscheibe versehen.

Es gibt nur eine Shampooflasche und ein Duschgel. Beides For Men, mit diesem typisch sportlichfrischen Duft. Mit gerunzelter Stirn halte ich das Shampoo in der Hand und betrachte es, während ich mit der anderen Hand das Wasser abdrehe.

Keine Ahnung, ob ich davon ausgegangen bin, dass in dieser Dusche eine wahnsinnige Kollektion von verschieden duftenden Variationen stehen. Von blumig über fruchtig …

Ja. Ich bin definitiv davon ausgegangen.

»Ich will, dass du nach mir …«, brummt es hinter mir und ich bin irgendwie überrascht, dass Asher sich selbst unterbrochen hat, sodass ich mich zu ihm umsehen will, um zu überprüfen, ob er auf den Mund gefallen ist, doch während der Hälfte dieser Drehung halte ich inne und überlege es mir anders.

Schon die ganze Zeit über lehnt er mit verschränkten Armen an einem der Spiegel, direkt gegenüber der Duschöffnung und ich bin mir sicher, dass er spätestens jetzt einen Blick auf zumindest eine meiner Brüste erhaschen kann.

Das hält mich zurück. Es hemmt mich.

Aber was bilde ich mir eigentlich ein? Asher hat volle Aussicht auf alles an mir! Ich sollte endlich damit aufhören, die kleine, verklemmte Prinzessin zu spielen und mir eingestehen, dass ich … ganz schön in der Scheiße stecke. Die Art von Scheiße, in die ich mich selbst hineingeritten habe.

Diese Situation habe ich mir ausgesucht. Es war meine Entscheidung, es so weit kommen zu lassen. 

Asher hat mich zu nichts gezwungen. Ich hatte immer die Wahl.

Das ist es nämlich, was mich bereits seit ein paar Minuten schon fast gleichgültig sein lässt. Anscheinend habe ich mir unbewusst jemanden wie Asher herbeigewünscht. Jemand, der in mir lesen kann, wie in einem offenen Buch und darin meine dreckigsten Fantasien erkennt.

Nicht nur das. Asher weiß, wie er diese Fantasien umsetzen kann, und zögert nicht, es auch zu tun.

Er tut das, wofür ich ihn bezahle. Ich bezahle ihn dafür, dass er Dinge mit mir anstellt, die ich mir sehnlichst herbeiwünsche.

Ich brauchte keinen Mann, der sich mit mir in ein Café setzt und vor meiner Mom den frischverliebten Deppen spielt.

Ich brauche einen Mann, der mich um den Verstand bringt.

Der mir zeigt, wie es ist, frei zu sein.

Asher wird genau das tun. Dabei wird er großzügig darüber hinwegsehen, dass ich mich schon die ganze Zeit wie einer trotzige, postpubertierende Göre aufführe.

Er lässt sich nicht abschrecken. Auch nicht, wenn ich weiterhin die unnahbare Zicke heraushängen lasse.

Denn ich bin noch nicht bereit, diese Maske abzulegen. Noch bin ich nicht bereit, ihm zu signalisieren, dass er … gewonnen hat. Dass er recht hat.

Seufzend gebe ich etwas Shampoo auf meine Handfläche und verteile es in meinem Haar.

Die Situation ist so unglaublich absurd. Das gesamte Badezimmer ist darauf ausgerichtet, dass Asher hier seine Kundinnen beim Duschen observiert. Da waren sogar Kosmetiktücher im Schrank, die er mir zum Abschminken gereicht hat.

Aber davon war ja inzwischen auszugehen. Er hat diesen Stallabschnitt nur ausbauen lassen, um hier seine Kundinnen in den Wahnsinn zu treiben. Und ich bin offensichtlich nicht die Erste, der er beim Duschen zusieht.

Ich bin nicht die Einzige, die derartige Fantasien hat. Deshalb weiß er auch genau, was er tut.

Gerade diese Tatsache enttäuscht mich irgendwie.

Was ist eigentlich los mit mir? Ich habe echt den Schuss nicht gehört. Aus irgendeinem Grund möchte ich etwas Besonderes für Asher sein. Nicht einfach eine Kundin von ihm.

So wie er sich mir gegenüber verhält, bin ich definitiv nicht die Erste, die sich die ganze Zeit über sträubt. Offensichtlich ist mein Benehmen sogar die Standardsituation. Er zuckt ja nicht einmal mit der Wimper, wenn ich ihm zum xten Mal vorwerfe, dass ich mir den Abend so nicht vorgestellt habe.

 

»Verhalten sich all deine Kundinnen so wie ich?«, frage ich schließlich, während ich mir das Haar in Seelenruhe einschäume.

»Nein. Ihnen merkt man an, dass sie mir etwas vorspielen, wenn sie sich sträuben. Du bist ehrlich. Es ist interessant zu beobachten, wie du langsam aber sicher einknickst.«

Überrascht halte ich inne. Doch nur für einen Moment. Dann schäume ich mein Haar weiter ein, so lange, bis sich eine leise knisternde Schaumschicht auf meinem Kopf befindet und ich realisiere, dass es wohl Zeit wird, das Duschgel zu benutzen.

Erneut fühlt es sich für mich an, als wäre ich wie ein offenes Buch für Asher. Eine Intuition, die wie ein Stromschlag von der Dauer einer Millisekunde durch meinen Kopf rauscht und dann wieder verschwindet: Er kennt mich in- und auswendig. Mit jedem weiteren Mal, in dem er exakt diejenigen Worte ausspricht, die mir kurz zuvor durch den Kopf schwirrten, bleibt dieser Verdacht länger in meinen Gedanken haften.

Nachdenklich greife ich nach dem Duschgel. »Und?«, frage ich mit einem überheblichen Unterton.

Das Duschgel hat einen ähnlich Duft wie das Shampoo, es ist nur ein Hauch minziger. Als ich es auf die empfindliche Haut an meinem Bauch auftrage, ist es für einen Augenblick, als würde ich Minzöl auf meine Haut geben. Es soll wohl eine erfrischende Wirkung haben, aber ich befürchte viel eher, dass ich zu frösteln beginne, sobald ich meinen gesamten Leib damit einseife.

»Was und?«, hakt Asher mit einem knurrigen Unterton nach. Offensichtlich passt es ihm nicht, wenn ich ihn neugierig mache.

Wenigstens habe ich dieses eine Mal, für diese kurze Zeitspanne, die Zügel in der Hand, weshalb ich mir echt ein Schmunzeln verkneifen muss. Er wird es womöglich durch einen der zahlreichen Spiegel sehen können.

Stoisch verteile ich das Duschgel auf meiner Haut und wie erwartet fange ich an zu frösteln und meine Nippel stellen sich so sehr auf, dass es bei jedem Ausatmen schon beinahe schmerzt, sobald mein Atem meine Brüste streift. Meine Hoffnung ist ja, wenn ich mein Haar und meinen Leib nur lang genug abspüle, dass die Spiegel beschlagen und ich seinem Blick nicht mehr so vollständig ausgesetzt bin.

Ich bin wohl doch ziemlich verklemmt – oder zumindest schüchtern.

»Was und, Elliot?«, wiederholt Asher sich und diesmal kann ich förmlich vor mir sehen, wie er die Zähne verärgert zusammenbeißt.

»Bist du stolz auf dich, dass ich eingeknickt bin?« Eigentlich will ich ihn etwas anderes fragen, aber ich muss mich gerade echt darauf konzentrieren, nicht scharf zu werden. Meine Handflächen streichen über meine Brüste und ich überlege tatsächlich, ob ich meine Nippel mit den Fingern umkreisen soll.

Eben dafür bin ich nicht mutig genug. Ich schaffe es nicht einmal, meine Hand zwischen die Beine gleiten zu lassen, um dort den Schaum zu verteilen.

Ich bin wirklich eine lausige Liebhaberin, glaube ich. Kein Wunder, dass …

Nein. So verklemmt bin ich auch schon wieder nicht. Sonst wäre ich niemals auf die Idee gekommen, bei Asher in den Wagen zu steigen.

Hastig drehe ich das Wasser auf und halte mein Gesicht in den warmen, prickelnden Strahl. Mein Haar löst sich aus der sich zersetzenden Schaumkrone auf meinem Kopf und gleitet über meine Schultern.

In diesem Moment fühle ich mich unglaublich wohl. Ich genieße es, wie das schaumigweiche, duftende Wasser über meinen Rücken und meinen Bauch rinnt, ich genieße Ashers Blicke auf mir und ich genieße den Umstand, dass er mich offenbar für attraktiv hält. Sonst hätte er nicht darauf bestanden, dass ich dies hier tue.

Als ich mich eben entkleidet habe, habe ich mich nackt und mulmig gefühlt. Zwar habe ich darauf verzichtet, meine Hände über meine Blöße zu halten, obwohl mein Instinkt danach verlangt hat, doch mein Kopf schien wieder cleverer zu sein: Mir war klar, dass sämtliche Spiegel in diesem Badezimmer so ausgerichtet sind, damit Asher alles von mir sieht.

Ich habe nichts zu verbergen. Natürlich bin ich nicht perfekt. Wenn ich nicht so gerne essen würde, würde mein Körper eventuell ganz anders aussehen. Aber allein durch meine täglichen Yogaeinheiten habe ich irgendwie gelernt, meinen Körper so zu akzeptieren, wie er ist. Deswegen schäme ich mich nicht unter Ashers Blicken – es ist nur … ungewohnt.

»Dreh dich um«, reißt mich sein rauer Bariton mit einem Mal aus meinen Gedanken. Erst jetzt merke ich, wie sehr ich geistig abgeschweift bin.

Er steht direkt hinter mir. Und damit meine ich wirklich direkt. Seine Stimme war unmittelbar an meinem Ohr.

»Jetzt.«

Das war’s mit der Wohlfühlatmosphäre, denn ich zucke zusammen und reiße die Augen auf. »Was …?«

Grob packt er meinen Oberarm und wirbelt mich herum. Er steht nicht einmal eine Armlänge vor mir und beugt sich bedrohlich zu mir hinunter. Sein Kiefer ist angespannt und seine Augen fixieren mich mit einer Intensität, sodass ich es im ersten Moment nicht wage, seinem Blick auszuweichen.

Doch die Neugierde siegt, und so lasse ich mein Augenmerk in Windeseile über ihn gleiten: Wasser benetzt sein kurzes Haar und perlt über sein Gesicht.

 

Asher hat sich nicht einmal ausgezogen, er steht in voller Montur vor mir – nur seiner Schuhe und Socken scheint er sich irgendwann entledigt zu haben. Sein blaues Hemd weist große dunkle Flecken auf und die Jeans dürfte schon völlig durchnässt sein.

Mein Leib ist wie versteinert. Ich kann mich nicht bewegen und auch mein Blick wird wieder durch Ashers fixiert.

Ich dachte, er guckt nur.

Nein, in diesem Moment nimmt er mein Gesicht in beide Hände und beugt sich noch weiter zu mir hinunter. »Sehe ich für dich wie ein steinalter Geistesgestörter aus?«, brummt er auf meinen Mund.

»Ähm.« Wie meint er das? »Geistesgestört durchaus«, murmele ich und schaffe es sogar, eine Hand zu heben, und auf sein triefendes Hemd zu zeigen. Ich bezweifle wiederum, dass er es überhaupt registriert, weil er mir fest in die Augen sieht. »Ich habe allerdings keine Ahnung, wie alt du bist.«

»Älter als du.«
Und? Ich komme nicht mehr mit.
Doch ich blinzele nur, weil ich mir erho
ffe, dass gleich die rettende Erklärung folgt. Aber stattdessen landen seine Lippen auf meinen. Seine Zunge schiebt sich forsch in meinen Mund und raubt mir den Atem.

Und ich dachte, er guckt nur.
Ich dachte, er wartet darauf, dass die Kundin auf 
ihn zukommt.

Aber darüber nachzudenken kostet mich meinen Stolz und die Gelegenheit, ihn abzuweisen.

Dies ist der Augenblick, in dem mir klar wird, dass ich den Kuss erwidere.

Ashers Hand wandert zu meinem Kinn und drückt meinen Kopf in den Nacken. Ich lasse es zu; ich lasse seine Zunge meinen Mund plündern. Ich spüre, wie der Daumen seiner anderen Hand meine Wange streichelt und lasse es zu, dass Asher mich gegen die eisigen Fliesen drängt.

Ich lasse es zu, dass Asher mir zwischen zwei Küssen in die Unterlippe zwickt, nur um mich daraufhin noch herrischer zu küssen, mich mit einem dumpfen Ächzen gegen die Wand zu pressen und mir ein Knie zwischen die Beine zu schieben.

Es ist, als würde ich neben mir stehen und mich dabei beobachten, wie ich die Kontrolle verliere.

Und es gefällt mir.

Ich gebe ein leises bebendes Keuchen von mir und lasse mich widerstandslos von dem Kuss davontragen. Meine Hände verselbständigen sich und fliegen selbstsicher über die Knopfleiste von Ashers Hemd und öffnen es in Lichtgeschwindigkeit. Ich schiebe es ihm über die Schulter.

Meine Finger liebkosen seine warme, weiche Haut am Hals, streichen über seine Brustmuskeln, den flachen Bauch und umfassen den Hosenbund seiner Jeans.

Asher lässt mich gewähren, ohne selbst die Hände auf Wanderschaft gehen zu lassen. Eine Hand hat sich in meinen Schopf gegraben und sorgt dafür, dass mein Kopf fest fixiert in seinem Griff bleibt, und die andere Hand liegt noch immer an meiner Wange.

Ich will diesen Mann. Ich will ihn in mir.
Das ist mir jetzt klar.
Die Knöpfe seiner Jeans sind o
ffen und ohne darüber nachzudenken, ziehe ich die Hose mitsamt den Shorts über seine Hüfte, die Oberschenkel hinab, bis sie den restlichen Weg zu den Knöcheln finden.

Ich weiß nicht, wie er aussieht, Asher lässt mich nicht seine Nacktheit studieren. Ich brenne darauf, ihn anzusehen. Ich möchte wissen, ob es ihm gefällt, was ich tue.

Aber er lässt mich nicht. Sein Kuss wird immer unnachgiebiger. Inzwischen mischen sich sein unbeherrschter Atem und mein leises Seufzen dazu.

Doch ich kann nicht anders. Ich lasse meine Finger über seinen Unterbauch wandern und berühre seinen prallen Schaft. Ich umfasse ihn und drücke sanft zu.

Asher reagiert unverzüglich; er unterbricht denn Kuss und stöhnt unkontrolliert in meinen Mund. Endlich gleiten seine Hände über mein Dekolleté, seine Daumen streicheln meine Nippel. Ich strecke mich ihm entgegen, die Augen in seliger Pein geschlossen.

Und dann trennen seine Hände sich. Eine wandert zurück zu meiner Wange und sofort spüre ich wieder Ashers Lippen auf meinen. Die andere Hand schiebt sich zwischen meine Beine, zerteilt meine Schamlippen. Zwei Finger drücken sich in mich und bringen mich dazu, laut zu keuchen.

»Ja, fick mich, Asher«, stöhne ich, ohne es steuern zu können.

Zweifel wollen meinen Hinterkopf erklimmen, doch ich unterdrückte sie. Ich weiß, dass das hier falsch ist. Verboten. Ich weiß, dass ich mich wie ein Flittchen benehme und dass wir vor allem über Verhütung sprechen sollten.

Aber ich will nicht darüber nachdenken. Ich will Asher einfach nur in mir spüren. Ich streiche seinen Schaft, ich reibe ihn im selben Rhythmus, wie seine Finger in mich stoßen.

Es reicht mir nicht. Wir stöhnen uns gegenseitig in den Mund, küssen uns, unsere Zungen spielen miteinander, doch es reicht mir nicht.

Seine Finger nehmen mich immer heftiger und ich vermute, dass Asher bald kommt, wenn ich so weitermache. »Ich will dich spüren«, hauche ich. »Ich will, dass du in mir kommst.«

 

»Fuck«, knurrt er nur. Er zieht die Finger aus mir heraus und reibt stattdessen meine Klit. »Meinst du das ernst?«

Ich nicke und öffne im selben Moment die Augen, nur um festzustellen, dass sein Blick mich wieder fixiert.

»Bist du gesund?«, bringe ich es endlich über die Lippen.

»Ja.«
Das ist alles, was ich brauche. Was wir brauchen. Auf einmal sind seine Hände an meinem Po und 
dann verliere ich den Boden unter den Füßen. Wie automatisiert spreize ich die Beine und verschränke meine Füße in Ashers Rücken.

Mit einem festen Stoß dringt er in mich ein.

Jetzt ist ohnehin alles zu spät. Denn im selben Moment treffen seine Lippen auf meine Stirn und mit einem leisen Schnaufen zieht er sich wieder aus mir zurück, nur um sich noch härter in mir zu versenken. Noch einmal. Und noch einmal.

Er füllt mich vollkommen aus, er dehnt mich, sodass es beinahe schmerzt, wenn er in mich dringt.

Bei jedem seiner Stöße keuche ich auf, weil mein Körper gegen die ungewohnte Belastung rebelliert. Hilflos klammere ich mich an Ashers Schultern fest und neige den Kopf in den Nacken, um einen Kuss zu erhaschen.

 

Allerdings kommt er meinem Wunsch nicht nach. Er lehnt lediglich die Stirn an meine, schließt die Augen und treibt seinen Schwanz hart in mich. »Fuck, Elliot. Du fühlst dich so gut an.«

Ich will ihm erwidern, dass ich es genauso empfinde, doch ich bringe nur ein Stöhnen über die Lippen, als er mich mit einem tiefen Stoß regelrecht aufspießt.

Noch nie hatte ich Sex in dieser Stellung, ein Teil von mir ist sogar überrascht, dass Asher mich halten kann. Noch nie hatte ich so ungezügelten Sex. Da ist nichts Sanftes an ihm, es ist rein animalisch.

Es ist das, was ich will.
Das, was ich brauche.
Lustvoll drücke ich mich ihm entgegen – und jedes 
Mal, wenn Asher sich in mir versenkt, macht es mich schärfer.

Ich will es so. Genau so. Ich will ihn in mir und ich will, dass er in mir kommt, mich mit seinem Samen markiert.

Ich will ihm gehören. Wenn es auch nur für diese eine Nacht ist.

Ich habe mit einem Wildfremden ungeschützten Sex und es macht mich total an.

Oh Gott. Asher hat mich verdorben.

Wie zur Bestätigung bohren sich seine Finger schmerzhaft in meinen Hintern. Er bewegt sich mit kreisenden Hüften in mir, zieht sich gar nicht mehr aus mir zurück.

Vielleicht will er in mir sein, mich vollständig spüren.

»Kannst du kommen?«, fragt sein dunkler Bariton genauso abgehackt und rau wie sein Stöhnen.

Ich glaube, er will wirklich alles von mir, aber ich schüttele den Kopf. Ich würde nicht mehr lange brauchen, doch aus irgendeinem Grund möchte ich nicht, dass Asher sich meinetwegen zügelt.

»Nimm mich so, wie es dir gefällt. Halte dich nicht zurück«, hauche ich ihm ins Ohr und drücke zur selben Zeit die Nägel in seine Schultern.

Er gibt ein tiefes Stöhnen von sich und rammt sich mit Nachdruck in mich. Mehrmals. »Verdammt, Elliot!«, grollt er schließlich an meinen Hals, beißt mich in die empfindliche Stelle direkt unter meinem Ohr und drückt mich fest mit seinem gesamten Leib gegen die Wand.

Seine Bewegungen werden langsamer und sanfter und dann lässt er mich auf den Boden gleiten, wo ich mit wackeligen Beinen an ihn gelehnt stehenbleibe.

Schmunzelnd neigt er sich zu mir hinunter und küsst mich wie selbstverständlich auf den Mund, während sein Daumen meine Wange streichelt. »Verdammt, Elliot«, wiederholt er. »Du bist perfekt.«

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