Leseprobe zu Highland Rebels

Lesezeit: 30-40 Minuten

Prolog

XXX

»Blas ihn tiefer.« Es war, als könnte ich noch immer Kesters autoritäre Stimme hören, die am gestrigen Abend wie ein Peitschenhieb durch den Raum gejagt war und kurz darauf von ebendiesem ersetzt wurde. Der Lederriemen hatte pfeifend die Luft zerschnitten und war zielgenau auf ihrer linken Arschbacke gelandet. Unsere Löwin hatte ein Keuchen von sich gegeben, das augenblicklich von meinem Schwanz in ihrem Rachen gedämpft wurde.

Auch jetzt in der Kälte der Nacht war es, als könnte ich immer noch die warme Nässe ihres Mundes spüren. Fast war ich versucht, erneut die Augen zu schließen, aber das konnte ich mir in der derzeitigen Situation nicht erlauben. Ich musste etwas erledigen. Als der betonierte Hinterhof aber weiter ereignislos vor mir lag, wanderten meine Gedanken doch wieder zurück zum vergangenen Abend.

Genüsslich hatte ich den Kopf in den Nacken gelegt und die Augen geschlossen. Sie machte ihren Job wirklich gut. Kaum hatte Kester seinen Befehl ausgesprochen, intensivierte sie ihre Bemühungen und widmete mir ihre volle Aufmerksamkeit.

Noch hatte Kester sich nicht dazu hinreißen lassen, sie zu vögeln. Er genoss seine Rolle, die er als Anführer der Lions innehatte, viel zu sehr und in allen Belangen. Kester liebte es nicht nur, die Kontrolle zu haben, er brauchte es. Er gab die Befehle – auch in unseren gemeinsamen Sessions, die meinem Geschmack nach viel zu selten stattfanden. Jedem von uns war es den Regeln nach zwar erlaubt, die Dienste unserer Löwin auch allein in Anspruch zu nehmen. Richtig gut wurde es aber erst, wenn wir sie uns teilten. Gleichzeitig.

Es war die Entschädigung dafür, dass uns keine andere Frau erlaubt war. Unsere Regeln waren streng und die wichtigste davon besagte, dass es nur eine für uns alle gab. Dafür kannte diese Frau aber keinerlei Hemmungen. Ich wusste diesen Umstand durchaus zu schätzen. Wir alle taten das.

Das war besser so. Denn so streng wie die Regeln der Lions waren, so streng waren die Strafen bei Verstößen gegen diese. Ich wollte mir nicht einmal ausmalen, was passierte, sollte ich mich über eine der wichtigsten hinwegsetzen.

Nein. Ich hing an meinem Leben.

Allein die Erinnerung an den vergangenen Abend ließ mich wieder hart werden. Cailan und Reid hatten sich abgewechselt. Während der eine sie so ekstatisch in ihre enge Pussy fickte und mit jedem Stoß tiefer auf seinen Schwanz drückte, stand der andere daneben, eine Hand an ihrer Brust, die andere dirigierte ihren Hinterkopf. Sie hatten sich auf Kesters Anweisung hin abgewechselt. So lange, bis ich tief in ihrem Hals vergraben abgespritzt hatte.

Es war wie im Himmel gewesen – nur besser.

Stundenlang hatten wir uns in der vergangenen Nacht mit ihr vergnügt. Als die Bilder, wie unsere Löwin sich auf Cailans Schoß geräkelt hatte, sich vor mein inneres Auge schoben, hatte ich Mühe damit, mir ein tiefes Seufzen zu verkneifen.

Sie war in jeder Hinsicht hemmungslos.

Ich dachte daran, wie sie Reids Schwanz mit dem Mund bearbeitete, während Kester wie meistens nur danebenstand und seinen düsteren Blick als stumme Warnung in ihre Richtung schickte. Sie wusste, was ihr blühte, sollte sie sich seinen Anweisungen widersetzen. Manchmal tat sie es genau aus diesem Grund: Sie liebte es, bestraft zu werden. Und jeder von uns Lions liebte es, zu bestrafen.

Wir liebten es, zu spielen. Im Herzen waren wir alle die Tiere, die unsere Ahnen durch die Namensgebung der Bruderschaft aus uns gemacht hatten.

Ich sah immer noch das Funkeln ihrer blauen Augen vor mir, die Anerkennung, das Glück, uns zur Verfügung stehen zu dürfen.

Ihren Mund zu vögeln war gut. Besser aber war es, sich so tief in ihrem Arsch zu versenken, dass sie schreiend versuchte, vor mir zu flüchten.

Ich schloss für einen kurzen Moment die Augen, um mich zu sammeln, doch da wurde ich bereits von einem Hitzeschauer überrollt, der mir bis in die letzte Zelle meines Körpers wallte.

Ein zufriedenes Lächeln schob sich auf mein Gesicht. Meine Gedanken hatten es geschafft, die Kälte aus meinen Knochen zu vertreiben.

Nur noch dieser Auftrag, dann konnte ich zurück zum Cluaran-College.

Ich sollte mich besser fokussieren. Nicht, dass mir etwas entging und mein Plan für den weiteren Verlauf der Nacht durchkreuzt wurde. Das wäre außerordentlich schade.

Im tiefen Schatten der Hausfassade erkannte ich die dunklen Umrisse eines Mannes. Meine Hand lag fest um den Griff meiner Beretta in meinem Hosenbund, bereit, sie jederzeit zu ziehen und abzudrücken.

Jede Faser meines Körpers sehnte sich danach, es endlich zu tun. Jeder aus unseren Kreisen kannte ihn. Ihn, den Mann, der wenige Meter von mir entfernt stand und keine Ahnung hatte, dass ich ihm dicht auf den Fersen war – und seinem dreckigen Handeln heute ein Ende setzen würde.

Er war der Schlüssel zu allem. Der schwarze Mantel verhüllte ihn fast vollständig, doch ich konnte ihn eindeutig ausmachen.

Die Dunkelheit der Nacht machte mir nichts aus. Meine Augen funktionierten wie die eines Adlers, zumindest wurde das gern über mich behauptet.

Normalerweise hielten die Lions sich aus seinen Geschäften heraus. Er regierte London. Die Lions herrschten über Schottland. Doch wie lange würde diese Trennung noch so sauber funktionieren?

Nein. Wenn ich die Chance dazu hatte, ihn zu töten, dann würde ich das auch tun.

Ich würde als Held gefeiert werden. Da war ich mir sicher.

Und dann würde ich aufsteigen und einen einflussreichen Posten innerhalb der Bruderschaft einnehmen. Vielleicht sogar Kesters Position übernehmen. Ich war der festen Überzeugung, dass ich sowieso besser dafür geeignet war.

Diese Gewissheit, die sich wie ein loderndes Feuer in meinem Bauch ausbreitete, drängte die Kälte um mich herum weiter in den Hintergrund. Alles würde sich ändern.

Das warme Gefühl der Vorfreude flutete meinen Körper.

Nur noch ein bisschen. Ich musste den perfekten Moment abpassen.

Das fahle Licht des Mondes schien nur in einem dünnen Strich an den Dächern der umliegenden Häuser vorbei und so lag das Gesicht des Mannes weiterhin in absoluter Dunkelheit. In Gedanken beschwor ich ihn, sich endlich so zu drehen, dass ich ihn erkennen konnte. Ich wusste, dass er es war. Dennoch brauchte ich die letzte Gewissheit, um meinen Plan durchzuziehen.

Und dann war es so weit. Während der Mann aus dem tiefen Schatten trat, beleuchtete der schmale Lichtstreifen für einen kurzen Augenblick sein Gesicht. Das reichte mir, um ihn zu erkennen. Die Gewissheit floss mir wie heiße Lava durch die Adern.

Jackpot.

Mein ganzer Körper fühlte sich an, als würde er in Flammen stehen. Meine Lunge hatte Probleme, sich mit Luft zu füllen, und jeder weitere Atemzug glich einer neuen Herausforderung.

Erst als ich das raue Lachen hinter mir vernahm, spürte ich, dass es nicht die alleinige Erkenntnis über die Identität des Mannes war, die mich so fühlen ließ.

Es war das Messer zwischen meinen Rippen, das mir dann auch den letzten Atemzug verwehrte.

Kapitel 1

Davine

»Ms Bain, ich fürchte, wir haben hier ein Problem.« Der Beamte, der schon seit mehreren Minuten hektisch zwischen dem Computer und meinem Ausweis hin und her sah, runzelte erneut die Stirn. »Das sieht nicht gut aus.«

»Das sagten Sie bereits«, antwortete ich so höflich wie möglich, dabei war mir innerlich eher nach einer spontanen Kernreaktion. Ich wusste, dass dieser dämliche Ausweis Probleme bereiten würde. Dennoch hatte ich gehofft, dass er es nicht tun würde.

Ich rutschte unauffällig auf dem harten Besucherstuhl herum und versuchte, mir meine aufkeimende Panik nicht anmerken zu lassen. Es reichte, dass ich schon längst schwitzte wie ein Ochse. Zum Glück hatte ich die Reise heute früh in meinem kuschligsten schwarzen Hoodie angetreten, da würde es etwas dauern, bis die Spuren meiner Aufregung für alle sichtbar durch den dicken Stoff drangen. Ich räusperte mich und lehnte mich etwas nach vorn, um einen Blick auf die ausliegenden Dokumente auf dem Schreibtisch zu erhaschen.

»Darf ich bitte telefonieren?«, fragte ich und richtete meine Augen auf den untersetzten Glatzkopf vor mir. »Ich bin mir sicher, dass wir das dann schneller klären können.« Der Annahme war ich wirklich. Denn mit meinem Ausweis stimmte ja tatsächlich etwas nicht. Ich war nicht Davine Bain, so wie es das Dokument angab – und so, wie ich es allen weismachen wollte. Ich wollte sie aber werden.

Wieder streiften mich die braunen Augen des Mannes vor mir, dann ließ er mit einem tiefen Seufzen den Ausweis sinken und griff nach dem orangefarbenen Schnurtelefon auf dem Schreibtisch, um es mir entgegenzuschieben. »In Ordnung«, lenkte er zu meiner Überraschung ein. »Ein Anruf in unserer Anwesenheit.« Ein vielsagender Blick folgte, den ich ignorierte. Ich merkte ja selbst, wie kurios diese Situation war. Laut meinem Ausweis war ich eine gebürtige Schottin. Wir befanden uns gerade am Flughafen Edinburgh. So weit, so passend. Aber auch wenn ich während meines Abis den Englisch-Leistungskurs belegt und in meiner Prüfung 14 Punkte erhalten hatte, hörte wohl jeder gebürtige Schotte meinen harten deutschen Akzent heraus. Und machen wir uns nichts vor: Während die Typen hier alle im kurzärmligen Hemd saßen, verkroch ich mich im dicksten Pulli, den mein Schrank hergegeben hatte. Wir hatten fast September und in Schottland herrschten zu dieser Jahreszeit Temperaturen, die man durchaus als frisch bezeichnen könnte. Das sah ich so – nicht die Schotten. Die sprangen in dieser Jahreszeit noch fröhlich in Shirt und kurzer Hose herum.

Bevor der Beamte es sich wieder anders überlegen konnte, zog ich hastig den altertümlichen Telefonhörer an mich. Ich unterdrückte den Drang, angewidert das Gesicht zu verziehen, als ich die klebrige Schnur, die ihre besten Tage schon lange hinter sich hatte, mit den Fingern der linken Hand auseinanderzupfte, um nicht das ganze Gerät anheben zu müssen. Meine Bemühungen waren nicht von Erfolg gekrönt und so hing ich kurz darauf halb über den Tisch gelehnt und hielt mir den Telefonhörer ans Ohr, während ich mich gleichzeitig bemühte, nicht das Gleichgewicht zu verlieren.

Der schmierige Typ war mittlerweile aufgestanden und lehnte mit einem süffisanten Blick an der Tischkante. Er nutzte die Gelegenheit und ließ seine Augen schamlos über meinen Hintern wandern, den ich ihm in meiner engen schwarzen Leggings auch noch hervorragend präsentierte. Bevor ich mich darüber beschweren oder etwas an meiner kompromittierenden Position versuchen konnte, zu ändern, hörte ich die tiefe, autoritäre Stimme meines Vaters am anderen Ende der Leitung.

»Milek«, bellte er förmlich ins Telefon und ich konnte die unausgesprochenen Worte wer wagt es, mich zu stören, und belästigt nicht zuerst meinen Assistenten? so deutlich hören, dass ich mir nicht sicher war, ob er sie nicht doch ausgesprochen hatte.

»Hey«, sagte ich rasch. »Ich bin’s.«

»Lia-«, er räusperte sich. »Davine. Gibt es ein Problem? Was ist das für eine Nummer?«

»Problem, ja«, sagte ich rasch mit einem Blick auf den Beamten vor mir, der endlich auch mitbekommen hatte, dass mir klar war, wo er mir gerade hingestarrt hatte. Verärgert zog ich die Brauen zusammen, was ihm nur ein müdes Lächeln abrang. Idiot. Ich konzentrierte mich wieder auf meinen Vater, dessen angestrengten Atem ich hören konnte. Wahrscheinlich dachte er sich seinen Teil sowieso schon.

»Ein Problem mit dem Ausweis?«, fragte mein Vater in seiner reserviertesten Stimmlage.

»Ja«, sagte ich bloß.

»Gib ihm den Umschlag, der in der Innentasche deines Rucksacks ist«, wies er mich knapp an. »Und vorher lässt du mich ihm ein paar Takte erzählen.«

Ich wusste, was das hieß. Ohne mich zu lange mit weiteren Worten aufzuhalten, richtete ich mich auf und streckte dem geiernden Fettsack auffordernd den Telefonhörer entgegen. Er ließ sich wieder hinter den Schreibtisch fallen, nahm ihn entgegen und räusperte sich, als wüsste er, was jetzt auf ihn zukam.

Erleichtert ließ ich mich zurück auf den harten Stuhl sinken und beobachtete den Typen mit skeptischer Miene. Er hielt den Telefonhörer dicht ans Ohr und richtete seinen Blick auf die Tischplatte vor sich. Einige Minuten lang passierte gar nichts, dann straffte er seine ganze Haltung deutlich, während ich förmlich zusehen konnte, wie sich ein feiner Schweißfilm auf seiner Stirn bildete. Es war immer wieder faszinierend zu sehen, wie mein Vater die Menschen um sich herum im Griff hatte – ja, sogar die, die so wie jetzt gar nicht um ihn herum waren, sondern mehrere Tausend Meilen entfernt.

Es war mir ein Rätsel und ich legte es nicht darauf an, noch mehr über seine Methoden zu erfahren, als ich ohnehin schon wusste. Denn nicht nur einmal hatte ich mitbekommen, wie gefährlich seine Art zu leben war. Das erste Erlebnis dieser Art hatte ich im zarten Alter von sieben Jahren machen müssen. Ich war zum ersten Mal allein auf dem Weg von meiner Freundin zu uns nach Hause. Die Strecke war kurz und nur eine Ecke verhinderte, dass sie von Haus zu Haus einsehbar gewesen war. Genau an dieser Ecke hielt ein schwarzer Van, maskierte Männer sprangen heraus und einer schaffte es, mich zu packen und in die geöffnete Tür zu stoßen. Die Männer, die mein Vater zu meinem Schutz abgestellt hatte, konnten zwar die Situation nicht gänzlich verhindern – aber drei gezielte Kopfschüsse später hatten sie die Lage immerhin bereinigt.

Ja, bereinigt. So hatte mein Vater mir das damals in aller Seelenruhe erklärt, als ich Nacht um Nacht weinend in meinem Bett gesessen hatte. Es sollten nicht die einzigen Morde bleiben, die ich in meinem Leben bisher gezwungen war, mitanzusehen– neben den anderen Dingen, die ich für ihn erledigen musste, je älter ich wurde. Doch an diese wollte ich jetzt nicht denken.

Mein Neuanfang in Schottland sollte mein Versuch auf ein neues Leben sein, fernab von Gefahren und Leuten, die mich kennen könnten. Deshalb auch Schottland. Und nicht nur das: Nein, ich würde zum Wintersemester an der exklusivsten Privatuniversität studieren, die das Land zu bieten hatte. Es war die winzigste Uni, die mein Vater auftreiben konnte, und so unglücklich war ich über diese Wahl nicht. Wenige Menschen bedeuteten automatisch auch weniger Gefahren, das war eine ganz einfache Gleichung. In einer Großstadt wie Hamburg, wo ich herkam, lebten vergleichsweise viel mehr Menschen auf einer wesentlich kleineren Fläche. Dazu kamen dann noch die Drogenbosse, Zuhälter und was es sonst noch so für Typen im sündhaften Untergrund gab. Wenn du on top noch die Tochter einer der gefragtesten Männer dieser Szene warst, war die Gefahr, die von diesem Ort ausging, gleich um ein Vielfaches höher. Ich war nie gut in Mathe gewesen, aber diese Rechnung verstand sogar ich.

Genau wusste ich nicht, wieso mein Vater mich plötzlich einfach so gehen ließ, aber ich hatte es nicht hinterfragt. Die Hauptsache war, dass ich nun hier war. Vielleicht tat es ihm doch leid.

»Sicher. Ich verstehe«, murmelte der Glatzkopf und griff in einer automatisierten Handbewegung nach einem Stofftuch, das er sich hektisch gegen die Stirn tupfte.

Ich wartete mit übereinandergeschlagenen Beinen geduldig ab, was als Nächstes passieren würde. Ich hörte meinen Vater noch eine letzte abschließende Bemerkung durch den Telefonhörer bellen, dann wurde das Gespräch beendet.

Es ärgerte mich, dass ich es schon wieder nicht geschafft hatte, mich von meinem Vater zu lösen. Ich war verdammte 21 Jahre alt. Alt genug, endlich für mich selbst zu sorgen. Das hatte ich gehofft. Mein Vater hatte nur gelacht, als hätte er geahnt, dass ich schon an meinem ersten Tag auf seine Hilfe angewiesen sein würde. Ich schwor mir selbst, dass damit ab sofort Schluss sein würde. Das war die letzte Aktion, bei der er mir mit seinen skrupellosen Methoden aus der Patsche half.

Hastig griff der Kerl nach seiner Wasserflasche, trank einen Schluck, während er mich ansah, als wäre ich der Teufel persönlich. »Gehen Sie schon«, fuhr er mich kurz darauf an und traute sich augenscheinlich gar nicht mehr, mich genauer anzusehen. Nur einen flüchtigen Blick in meine Richtung ließ er mir noch zukommen und den auch nur, um in der nächsten Bewegung mit seinen Augen auf die Tür zu deuten. Die Botschaft verstand ich. Ich suchte hastig den Umschlag, schob ihn mit einem knappen Blick über den Tisch und bekam von ihm im Austausch meinen Ausweis zurück in die Hand gedrückt.

Ich verstaute ihn in der Bauchtasche meines Hoodies und erhob mich. Dann griff ich nach meinem Wanderrucksack, schulterte ihn und ging auf die Tür zu. An der Schwelle hielt ich noch einmal inne, um den Beamten im Raum einen Abschiedsruf zuzurufen, den niemand der Anwesenden erwiderte. In solchen Situationen wüsste ich doch manchmal gern, was genau mein Vater den Menschen erzählte.

Aber schon wenige Minuten später war mir dieses Problem von zuvor egal – denn ein neues tat sich auf, als ich auf den dunklen Vorplatz vor dem Flughafen trat. Ein Blick auf die Uhr bestätigte mir, dass ich meinen Bus – der gleichzeitig der letzte des Tages war – knapp verpasst hatte. Auch das noch.

Erst hatte ich im Flugzeug neben einem gefräßigen Typen sitzen müssen, der derart laut seine Chips gefuttert hatte, dass ich nicht einen Satz meines Buches lesen konnte, ohne innerlich Amok zu laufen, dann diese unnötige Sache mit meinem Ausweis und jetzt so was. Für sich genommen alles Nichtigkeiten, schon klar. Meinen Tag versauten sie dennoch. Ich wollte mir kein überteuertes Taxi in die Highlands nehmen, nicht weil ich das Geld nicht hatte – schließlich bezahlte mein Vater ab sofort eine monatliche Unigebühr von schlappen 7000 Sterling –, sondern weil ich so unauffällig wie möglich bleiben wollte. Das blieb man aber nicht, wenn man als einzige Person zu einem Taxifahrer ins Auto stieg. Denn dann gab es da diesen einen Menschen, dem ich auf der stundenlangen Fahrt ins Gebirge gar nicht verborgen bleiben könnte.

Gut, ich nahm eigentlich nicht an, dass ich an meinem ersten Tag in Schottland schon mit versteckten Gefahren rechnen musste, aber wenn ich in meinem Leben eins gelernt hatte, dann war es, lieber vorsichtig als nachsichtig zu sein und Gefahren überall zu sehen, auch dort, wo man sie eigentlich nicht vermutete. Zugegeben, ein Taxifahrer und eine junge Frau waren auch nicht unbedingt das sicherste Szenario, das man sich ausmalen konnte. Also nein, diese Option gefiel mir nicht.

Blieb nur noch das Hotel. Genauer, das hübsche Flughafen-Hotel. Seufzend fischte ich mein Smartphone aus meiner hinteren Hosentasche und rief die Internetseite des Busunternehmens auf. Die nächste Fahrt in die Highlands fand erst am nächsten Tag um 9.30 Uhr statt. Wunderbar. Das warf meine Urlaubspläne um einen ganzen Tag zurück.

Noch einmal seufzte ich tief, dann drehte ich mich schwungvoll auf dem Absatz um und lag in der nächsten Sekunde am Boden. Ich blinzelte irritiert, während ich noch versuchte zu verstehen, was gerade passiert war.

»Rennst du immer einfach so los, ohne dich nach Hindernissen umzusehen?« Die tiefe Stimme drang an mein Ohr und ich konnte nicht genau ausmachen, ob sie verärgert oder belustigt klang. Vielleicht eine Mischung aus beidem. »Nach beweglichen Hindernissen«, fügte die Stimme hinzu und klang nun doch schwer amüsiert. »Nach so etwas wie Menschen.« Mit den letzten Worten aus seinem Mund tauchte eine Hand vor meinem Gesicht auf.

Obwohl ich immer noch nicht genau verstand, was gerade eben passiert war, so dass ich nun verdattert auf meinem Hintern saß, ergriff ich die dargebotene Hand. Schwungvoll zog der Typ mich auf die Füße und ließ mich wieder los, als ich selbstständig stehen blieb.

Mein Blick huschte von meinem Wanderrucksack auf dem Boden zu dem Kerl, dem offenkundig die Stimme gehörte. Er stemmte seine Hände in die Seite und neigte fragend den Kopf, ganz so, als brannte ihm bereits die nächste Frage unter den Nägeln, die er nur noch nicht wagte auszusprechen, weil er wohl auf etwas wartete.

Auf meine Reaktion? Da musste er sich noch etwas gedulden. Zu sehr war ich noch damit beschäftigt, sein Äußeres komplett zu erfassen. Er war groß, wesentlich größer als ich, schlank, aber sportlich und komplett in Schwarz gekleidet. Seine kurzen, leicht welligen Haare hatten einen wunderschönen Goldton und betonten sein durchaus hübsches Gesicht. Ich weiß, hübsch ist kein besonders adäquates Adjektiv, um einen Mann zu beschreiben, aber wenn ein Mann diesem Wort gerecht wurde, dann er. Seine ganze Attitüde schrie laut Bad Boy, aber seine feinen Gesichtszüge, die ebene Haut, die gerade Nase und seine perfekt geschwungenen Lippen, die nicht zu voll und nicht zu dünn waren, ließen ihn eher wie die gefragte Version dessen aus Hollywood wirken.

Mit den echten Bad Boys hingegen kannte ich mich aus. Ich wusste dank nicht wenigen Nächten auf der Reeperbahn, wie die aussahen. Anders.

»Sprichst du genauso wenig, wie du dich umsiehst?«, fragte er jetzt doch seine eben unterdrückte Frage und trat einen Schritt auf mich zu. Ich schüttelte irritiert den Kopf, um meine in die völlig falsche Richtung abdriftenden Gedanken wieder einzufangen.

»Sorry«, murmelte ich. »Ich wollte mich nur …« Ich hielt inne und runzelte die Stirn »Warte mal. Ich lag gerade am Boden, nicht du! Also hast ja wohl eher du mich umgerannt und nicht andersherum!« Ich stemmte angriffslustig die Hände in die Seiten und registrierte, wie sich seine hübschen Lippen zu einem überraschten Grinsen verzogen. Also legte ich nach. »Wenn man so nah wie du an einer vollbepackten Frau vorbeirennt, muss man doch wohl damit rechnen, dass sie sich umdreht. Noch dazu, wenn diese Frau offensichtlich verloren an der Bushaltestelle steht«, an dieser Stelle deutete ich ausladend auf den leeren Platz vor uns, »und noch offensichtlicher gerade den letzten Bus verpasst hat und sich erst einmal orientieren muss.« Ich hob mein Handy vielsagend in die Luft. »Damit. Was weiß ich denn, wo ich jetzt hinmuss.«

Der Typ grinste deutlich, während er unauffällig einen Schritt zur Seite trat und mich nicht aus den Augen ließ. Ja, ich wusste, was er dachte. Es war nichts Neues, dass ich Fremden gern meine halbe Lebensgeschichte preisgab – die harmlosen Aspekte davon –, wenn ich nervös oder von der Situation überfordert war.

»Also bin ich schuld?«, fragte er hörbar belustigt nach und musterte mich aus seinen dunklen Augen, deren Farbe ich in der Dämmerung nur schwer ausmachen konnte. »Weil ich mich erdreistet habe, an dir vorbeizugehen, und nicht damit gerechnet habe, dass du von einer auf die andere Sekunde eine spontane Pirouette hinlegst?«

Ich verkniff mir ein Lachen und nickte stattdessen bestätigend. »Ja, sieht so aus.«

»Die Deutschen mal wieder«, merkte er an und ließ meine Lügenidentität wie einen absolut billigen Witz klingen. Nicht einmal zwei Stunden auf schottischem Grund und Boden und schon zweimal aufgeflogen. Doch ich ließ mir meine Gedanken nicht anmerken, als ich schlicht mit den Schultern zuckte und eine möglichst unbekümmerte Miene aufsetzte.

»Hört man das so deutlich raus?«, fragte ich interessiert nach. Sein folgender Blick ähnelte dem eines Autos. Er wartete kurz ab, ob ich selbst lachen würde, und tat es dann selbst, als ich es wiederum nicht tat.

»Sorry«, sagte er und scannte unablässig mein Gesicht. Ich tat ihm den Gefallen und grinste leicht.

»Ja, klar, der deutsche Akzent übertrifft wohl alles«, gab ich freimütig zu. »Mutter Schottin, Vater deutsch«, schob ich erklärend hinterher. Ich hoffte, dass er mir meine Ausrede abnahm. Theoretisch könnte ich ihm natürlich noch mehr vermeintliche Details meiner Scheinidentität präsentieren, die hatte ich schließlich lang und breit auswendig gelernt, aber das wäre in dieser Situation wohl etwas übertrieben. Er war schließlich nur irgendein Typ vom Flughafen. Einer, der ziemlich gut aussah, aber das tat nichts zur Sache.

»Na gut«, sagte er langsam, obwohl er seinem Gesichtsausdruck zur Folge nicht gänzlich überzeugt wirkte. »Dann tut es mir leid.«

Ich runzelte die Stirn und trat etwas zurück, um ihn besser ansehen zu können. Er deutete auf sich, dann auf mich und anschließend auf den Rucksack auf dem Boden. »Tut mir leid«, wiederholte er schmunzelnd. »Ich dachte, du denkst, ich bin schuld, also entschuldige ich mich dafür. Macht man das nicht so?« Er grinste nun so schräg, dass er wirklich niedlich aussah – und gleichzeitig nahm ich ihm keines seiner Worte ab. Er verarschte mich, das war mir klar. Trotzdem schenkte ich ihm ein honigsüßes Lächeln.

»Sehr freundlich von dir.«

»Ich bin die Freundlichkeit in Person«, erwiderte er nonchalant und musste nun selbst lachen. Komischer Typ. Aber irgendwie sympathisch und irritierend anziehend. Diese dummen Hormone. Kaum tauchte ein heißer Kerl auf, spielten sie verrückt. Ich war ohnehin der Auffassung, dass Frauen Männern in nichts nachstanden, was gewisse Dinge anging. Männer gingen nur offensiver damit um, während Frauen sich hinter dem Klischee versteckten, stets brav und anständig zu sein. Dabei würde ich fast wetten, dass die Gedanken der beiden Geschlechter sich kaum voneinander unterscheiden.

Oder ich schloss einfach zu sehr von mir auf andere. Keine Ahnung, in der Sache war ich mir noch unsicher, eben weil darüber so wenig geredet wurde.

Die Miene des Typen vor mir veränderte sich schon wieder und er wirkte nun deutlich amüsiert. Gleichzeitig sah er mich so fragend an, dass ich das Gefühl bekam, etwas verpasst zu haben.

»Was?«, fragte ich lauernd nach, was ihn zu einem echten Lachen hinreißen ließ. Dieses Lachen klang rau und tief und dunkel und … fuhr mir direkt in den Bauch und löste dort etwas aus, das mich an meine Gedanken von eben erinnerte. Meine Güte.

»Du hörst mir gar nicht zu«, warf er mir vor und schüttelte leicht den Kopf, als fragte er sich selbst, warum er überhaupt mit mir seltsamen Person sprach. »Ich habe dich gefragt, wohin du möchtest. Vielleicht kann ich dir ja helfen. Als Entschuldigung dafür, dass ich dich umgerannt habe.« Seine letzten Worte betonte er extra und machte damit erneut klar, dass er weiterhin der Auffassung war, ich wäre in ihn gelaufen. Wie witzig.

Ja, doch. Irgendwie war es das tatsächlich. Der Typ gefiel mir wirklich. Er sah toll aus, teilte meinen verqueren Humor und schien auch noch nett zu sein. Welch Glücksgriff.

»Ich muss in die Highlands«, verkündete ich und zuckte lässig die Schultern. »Das wird aber heute nichts mehr, deshalb muss ich wohl mit dem Flughafen-Hotel vorliebnehmen.«

»Was willst du allein in den Highlands?«, fragte er und bückte sich, um kurzerhand meinen Rucksack hochzuhieven, dann schwang er ihn tatsächlich über seine Schulter und drehte sich zur Seite.

»Ähm, was wird das?«, fragte ich und lief neben ihm her – unschlüssig, wie ich mich nun verhalten sollte.

Er warf mir bloß einen knappen Blick über die Schulter zu, während er weiter auf die Unterführung zuhielt, die der Umgebung nach zu urteilen wohl zu einem großen Parkplatz führte. »Du willst in die Highlands, ich fahre dorthin. Meine Form der Entschuldigung. Ziemlich easy.«

Obwohl alles in mir danach schrie, einfach Ja und Amen zu allem zu sagen, was dieser heiße Typ mir vorschlug, schüttelte ich schwungvoll den Kopf. Diese Geste entging ihm wohl, weil er längst wieder nach vorne sah und nun einen ziemlich schnellen Schritt draufhatte, dem ich kaum hinterherkam.

»Warte mal«, keuchte ich, als ich mich erneut an seine Seite heftete. Wieder folgte ein knapper Blick über seine Schulter.

»Was?«

»Was?«, echote ich verdutzt. »Dir ist schon klar, dass Frauen, sobald sie halbwegs sprechen können, eingebläut wird, nicht mit Fremden mitzugehen?«

»Vermutlich wird das nicht nur Frauen, sondern vor allem kleinen Kindern eingebläut«, hielt er trocken dagegen und blieb so abrupt stehen, dass ich fast erneut in ihn gelaufen wäre. »Dieses Phänomen ändert sich im Erwachsenenleben. Oder bist du noch nie mit zu einem Fremden nach Hause?«

Nein. Sicher nicht. Ich war ja nicht dumm.

Ich öffnete irritiert den Mund und schloss ihn kurz darauf untätig wieder, weil ich ihm auf diese forsche Aussage nicht viel entgegenzubringen vermochte. War das eine ganz offensichtliche Anmache oder verstand ich ihn gerade komplett falsch?

Er betrachtete meine entrückten Gesichtszüge einen Moment, dann neigte er den Kopf, um mich anzufunkeln. »Aber ich nehme dich ja nicht mit zu mir, sondern nur in meine Heimat – die Highlands. Keinerlei Gefahrenmodus für dich.«

Ja. Also nein. Nein. Das musste ich doch jetzt sagen. So fingen Horrorstorys an.

»Nein«, sagte ich also und merkte selbst, wie halbherzig ich klang.

»Nein, was?«, hakte er nach und setzte sich wieder in Bewegung.

»Nein, ich kann nicht mit dir mitfahren.«

»Klar, kannst du«, entgegnete er lapidar, was mich nur die Augen rollen ließ.

»Gut, ich könnte«, betonte ich. »Aber ich will nicht. Das ist mir zu gefährlich.«

Wieder ließ er mir bloß einen skeptischen Blick zukommen. »Das war gar keine Frage.«

Jetzt war ich nachhaltig verwirrt. Ich stolperte weiter neben ihm her, in dem aussichtslosen Versuch, mit seinen raschen Schritten mitzuhalten, und sortierte meine Gedanken erneut.

»Was war keine Frage? Dass es mir zu gefährlich ist?« Ich prustete leise, weil er wirklich ein enormes Tempo draufhatte. »Nein, das war eine Feststellung.«

»Ich meine«, unterbrach er meine verworrenen Gedanken schneidend, »dass es keine Frage war, ob ich dich mitnehme oder nicht. Ich tue es.«

»Also entführst du mich?«

Er lachte und lief einfach weiter. »Glaub mir mal, wenn ich dich entführen würde, sähe das anders aus …«, er ließ mir einen vielsagenden Blick zukommen, »und du müsstest nicht erst nachfragen, das würdest du schon mitbekommen.«

Sehr lustig.

»Ich kenne ja noch nicht einmal deinen Namen, Fremder«, warf ich ein.

»Cailan.«

Wir überquerten einen Parkplatz und blieben vor einem schwarzen Jeep Grand Cherokee stehen. Ehe ich mich versah, hatte er seinen kleinen schwarzen Rucksack und mein riesiges Packungetüm in den Kofferraum verfrachtet und die Klappe wieder verschlossen. Mit dem Schlüssel spielend drehte er sich zu mir und musterte mich knapp. »Und mit wem habe ich die Ehre, jetzt ein paar Stunden im Auto zu verbringen?«

Klang das nur in meinen Ohren schon wieder so anzüglich?

Ich kniff irritiert die Augen zusammen und verschränkte die Arme vor der Brust. »Davine.«

»Davine«, wiederholte er langsam und ließ seinen Blick über mich gleiten. Angefangen bei meinen braunen, glatten Haaren bis hin zu meinen Fußspitzen, die in schwarzen Chucks steckten. Nichts an mir ließ vermuten, wie schwerreich meine Familie war.

Ich war ohnehin noch nie der Typ Mädchen gewesen, der viel Wert auf teure Markenkleidung oder die angesagtesten Accessoires gelegt hatte. Und auch wenn ich hier in Schottland eine absolut elitäre Universität besuchen würde, hoffte ich doch, dass allein die Lage als Grund ausreichend sein würde, um öfter mal zu meinen Chucks zu greifen als zu irgendwelchen unbequemen Tretern. High Heels auf solch unebenem Gelände waren doch eher ungünstig.

»Was ist an Davine falsch?«, fragte ich anklagend. Es störte mich, dass mein ausgeklügelter Plan mit der neuen Identität schon direkt am Anfang so häufig infrage gestellt wurde.

»Nichts. Du siehst nur nicht aus wie eine Davine«, ließ er mich wissen und deutete auf die Beifahrertür. »Steigst du jetzt freiwillig ein oder muss ich nachhelfen?«

Gut, bis eben hätte ich diese seltsame Situation ja fast noch lustig finden können, dieser Spruch behagte mir nun aber ganz und gar nicht. Heißer Typ hin oder her.

»Jetzt mal ehrlich«, sträubte ich mich. »Was wird das für eine Nummer?«

Er seufzte schwer und ging zur Fahrerseite, um die Tür zu öffnen. »Nicht mehr oder weniger, als ich dir angekündigt habe.« Wieder deutete er unmissverständlich auf die Beifahrertür. »Ich fahre in die Highlands und kann dich mitnehmen. Mach dir nicht so einen Stress. Wenn es hier jemanden gibt, bei dem du in Sicherheit bist, dann bei mir. Also hab dich nicht so. Du machst mir eigentlich nicht den Eindruck eines verschüchterten Mädchens. Also …« Vielsagend hob er die Augenbrauen und ließ sich kurz darauf auf den Fahrersitz gleiten.

In der nächsten Sekunde hörte ich schon den Motor aufheulen. Scheiß drauf – bevor er gleich mit meinem Rucksack und meinen wenigen Habseligkeiten auf Nimmerwiedersehen unterwegs und ich um ein weiteres Problem reicher wäre, umrundete ich rasch das Auto und rutschte in der nächsten Sekunde auf den Sitz neben ihm.

Kaum, dass die Tür zugefallen war, lenkte er den modernen Wagen aus der Parklücke.

Ich warf ihm einen langen Blick zu. »Lass mich das nicht bereuen, Cailan.«

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