Als ich beim Federherz Verlag, auf der Suche nach neuen, dunklen, leidenschaftlichen Geschichten, stöberte, fiel mir “Heaven: ich gehöre ihnen” sofort ins Auge, also las ich die Leseprobe und es war um mich geschehen, die Poets und Rosaly haben mich um ihre Finger gewickelt, so fest, das ich keine Chance zu entkommen sah, ich wollt´s aber auch gar nicht. Ich hatte so richtig Lust auf fünf erfolgreiche Musiker mit zu viel Kohle, zu großem Ego und Gottkomplexen, nicht von dieser Welt, die tiefe Abgründe mit sich herumschleppen um ihre wahren Identitäten zu wahren.
Katy Crown schreibt so modern und federleicht, ich bin nur so durch die Seiten geflogen, die unterschiedlichen Perspektiven haben mir überhaupt nichts ausgemacht, im Gegenteil, es war wahnsinnig spannend in die Gedanken- und Gefühlswelt von fast jedem eintauchen zu dürfen, die Geschichte, mit dem wirklich fiesen Ende, ich war entsetzt, weil, das geht so einfach nicht, endete einfach viel zu schnell, ich wollte doch noch ein paar Antworten, ein bisschen mehr Leidenschaft und ein bisschen mehr von dem guten Gewissen und dem Licht in den Herzen, von denen einige Herrschaften der Meinung sind, das hätten sie nicht.
Als ich Rosaly kennenlernte, erschien sie mir überhaupt nicht schüchtern, eher wordgewandt, mit Hang zur großen Klappe, wenn es sein muss und einem eigenen starken Willen. Nun, ihre Fassade hat sie gut aufrecht erhalten, ich hatte bis zu einem bestimmten keine Ahnung, was mich da eigentlich erwarten wird, worauf ich Antworten suchen werde, was ich herausfinden werde. Die Sache mit dem Willen ist eine andere, sie gibt sich echt furchtbar viel Mühe, doch das ganze Testosteron, von dem sie umgeben ist, macht es ihr schwer ihre Bedürfnisse im Zaum zu halten, was ich ihr absolut nicht verdenken kann, ihre Gefühle waren meine Gefühle, Holla die Waldfee, das sind ja mal echt n paar Hotties, wie soll Frau da stark bleiben können, keine Chance!
Die Jungs, die sich die Poets nennen, die Anfangsbuchstaben ihrer Namen sind wirklich jeder auf seine Weise eine interessante Persönlichkeit mit einem schweren Päckchen auf dem Rücken. Sie werfen dir Häppchenweise ihr wahres Ich vor die Füße, aber am Ende bleibst du Ahnungslos über ihre wahre Identität, über ihre Leidenschaften, ihre wahren Bedürfnisse, ihre Beziehung miteinander, die etwas creepy, aber doch sehr eng, verlässlich und irgendwie auch tiefgründig wirkt. Ich mag sie wirklich alle, auch Scream, der bisher nicht wirklich heraussticht und im verborgenen bleibt, was sich hoffentlich in Band 2 ändern wird. Aber Evil, Over und Toxic konnten mich nicht nur mit ihren Muskeln beeindrucken, sondern auch mit ihrer humorvollen, flirty Art, die einem ein gutes Gefühl gibt, das Gefühl nicht nur von Arschgeigen umgeben zu sein, die dich als ihr neues Spielzeug, was immerzu Ja und Amen sagt, auserkoren haben, das kann nichtmal Pray, der mit seiner super dunklen und gefährlichen Aura für negative Stimmung sorgt, kaputt machen.

Hmh, die Geschichte geht relativ zügig voran, ohne allzugroße Vorkommnisse, die sich am Ende aber so sehr aufgebauscht hat, das man mehr braucht. Am liebsten sofort, denn das Interesse am Fortgang der Geschichte ist vollends gegeben. Ich hätte mir insgeheim ein bisschen mehr von dem gewünscht, wofür Rosaly vorgesehen war, nämlich eine Servicekraft für erfolgreiche Musiker, die ich ebenfalls gerne in ihrem Element erlebt hätte, aber ich kann nachvollziehen, das das nicht so wirklich in diese Geschehnisse hier reingepasst hätte, weshalb ich nicht unzufrieden mit dem Beginn dieser dunklen Geschichte bin, mir auch nichts gefehlt hat in diesem Sinne, im Gegenteil, ich bin total aufgeheizt und angefixt, diese aufgesaugten Emotionen, die Gefühle, das muss ich erst einmal verarbeiten, damit ich wieder einen klaren Verstand habe, bevor ich wieder in den Abgrund gezogen werde!
Vielen Dank an den Federherz Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar, dies beeinflusst meine Meinung selbstverständlich in keinster Weise!

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