Ich war wirklich sehr gespannt darauf, “Million Dollar Story” von V. J. Phoenix herzzulesen. Vorab konnte ich nämlich einen kleinen Einblick in die Geschichte bekommen und war schon nach ein paar Seiten vollends von den Worten der Autorin gefangen. 

Die Story wird eingeführt aus Sicht Emily Bournes, einer taffen Journalistin, die angetrieben vom Hass der Vergangenheit, den Reichen und Schönen dieser Welt mit Freude ihren ganz eigenen Denkzettel verpassen will. Für einen ganz speziellen Auftrag geht sie einen Deal mit dem unnahbaren Millionärssohn Lennox Cain ein. Sexgott für die einen, Neanderthaler für Emily. Was anfänglich ein Spiel sein soll wird schnell zu einem Abenteuer aus Lust und Verlangen.

Die Zeilen flogen während des Lesens nur so dahin. V. J. Phoenix hat einen sehr angenehmen und unterhaltsamen Schreibstil, der beiden Protagonisten eine realistische Erzählweise verleiht. Beide sind auf ihre Art sehr authentisch und es ist leicht nachzuvollziehen, warum sie so sind wie sie sind. Auch den Nebencharakteren hat die Autorin mit gewandten Worten eine herzliche Seele eingeflößt. Ich konnte mit allen Personen sofort sympathisieren, was doch sehr erfrischend war.

An sich ist der Kern der Erzählung schon alt gediegen, aus Hass wird Liebe, aus Feinden Freunde. Und noch klischeehafter ist die Charakterisierung des reichen Bad Boys und des armen Mädchens. ABER das sorgt nicht dafür, dass Phoenix Geschichte weniger spannend ist. Im Gegenteil. Gerade weil man weiß, was einen erwartet, freut man sich aufs Lesen. Ich habe die Neckereien zwischen Emily und Cain genossen (auch wenn „Pocahontas“ nicht der süßeste Spitzname ist) und auch die sexuellen Funken umfassend gespürt. Ich mochte es, mir die Gedanken darüber zu zerbrechen, was die beiden erleben werden, welches Drama Emily und Cain erwartet und wie sie zum Schluss zueinander finden.

Einige Szenen haben mich allerdings dann doch etwas gestört, weswegen ich nicht die vollen fünf Sterne vergeben würde. Ich weiß eine Geschichte muss so einige Überraschungsmomente beinhalten, um den Leser weiter an sich zu binden (sonst wird es vlt. irgendwann zu langweilig) aber diese Momente waren für mich teilweise sehr überzogen (*hust* Eisfischen *hust*) oder aber mit ständigem Alkoholismus/Drogen verknüpft. Vor allem der entscheidende Akt, war einfach zu dramatisch gewollt, immerhin ist Cain kein Feuerwehrmann.

Aber auch Emilys sehr „erwachsene“ Reaktion auf Cains Antworten zu ihrer Vergangenheit, waren für mich nicht ganz nachvollziehbar. Immerhin war das der Ursprung ihrer Taten und ich hätte mir nicht nur für Emily, sondern für alle Leser da draußen, die so etwas durchmachen mussten, eine Einsicht/Entschuldigung gewünscht.

— Fazit —

Als ich mit der letzten Seite des Buches fertig war, war ich trotz der genannten Kritikpunkte, super zufrieden! Ich hatte unfassbaren Spaß beim Lesen und das ist es letztendlich, was eine Geschichte richtig gut macht.

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