Freya kommt an das Hellridge College, um ihre verschwundene Schwester zu finden und begegnet dabei Matthew McKenzie, dem King des Hellridge. Sie glaubt nicht daran, dass Theresa freiwillig das College verlassen hat und einfach abgehauen ist. Sie ist sich sicher, dass etwas passiert sein muss. Während ihrer Zeit am Hellridge College verliert sie immer mehr den Mut, dass sie Theresa doch noch lebend wiedersieht. Zu Recht? Wie hilfreich ist es da, wenn man einen Deal mit dem King eingeht, um nicht weiter Opfer übler Streiche zu sein? Und wie geht man damit um, wenn man das gesponnene Netz aus Lügen endlich durchblickt und nicht alles, das man entdeckt, rosarot ist? Wenn man entdeckt, dass doch nichts so ist, wie es scheint?

So verworren der Plot mitunter angelegt ist, so verworren ist auch partiell das Ergebnis. Zwei Stellen haben mich beim Lesen stutzen lassen, weil ich das Gefühl hatte, dass das, was ich lese, nicht hundertprozentig rund ist. Weswegen mir bei einigen Aspekten das Potenzial des Plots nicht ausgenutzt und auch das Ende recht abrupt erschien. Durch den Schreibstil, der ab und an holprig wirkt, wird dieser Eindruck noch einmal unterstrichen.

Dennoch erzählt die Autorin hier eine spannende Story, die die Spannung zwar nicht dauerhaft aufrechterhalten kann, doch stets wieder zu ihr zurückfindet.

Die Beziehung zwischen Matt und Freya fand ich passend. Sie entbehrt zwar, meiner Meinung nach jeder moralischen Grundlage, was aber für dieses Genre durchaus üblich ist, schafft es aber dennoch für die zwei als Protagonisten stimmig zu wirken. Freya entwickelt sich nur sehr langsam und ich hatte oft das Gefühl, dass sie mehr auf der Stelle steht, als weiterzukommen. Matt hingegen durchläuft einen sich stetig steigernden Prozess und bringt das Buch damit zu einem annehmbaren Abschluss.

Wieso nur annehmbar? Das Ende wirkt wie gesagt etwas zu schnell. Gerade die zuletzt geschehenden Ereignisse und die daraus resultierenden Konsequenzen, oder eher die fehlenden Konsequenzen, wirken übereilt. Das Ende daher unvollständig und zu einem Showdown zusammengepresst, was den damit erhofften Effekt eines Showdowns dämpft.
(Gestört haben mich zum einen, dass sich bei Matt nie auf eine Anrede festgelegt wurde. Einerseits nennt Freya ihn Matthew, dann wieder Matt und im nächsten Moment verwendet sie wieder seinen Nachnamen. Für mich hat der Text hier durch an Flüssigkeit eingebüßt. Zum anderen mochte ich den Spitznamen, den Matt für Freya auserkoren hatte, überhaupt nicht. Das ständige „Püppchen“ nervte mich ab dem ersten Moment. Merkwürdig fand ich außerdem, dass das Buch vom Verlag als Dark Romance vermarktet wird und auf Amazon als Bully Romance, wo es meiner Meinung nach viel besser reinpasst. Da diese drei Punkte aber durchaus Geschmacksache sind, lasse ich sie nicht mit in die Bewertung einfließen.)

Dennoch handelt es sich hier um ein gutes Dark Romance Buch, dass dem Genre zwar nicht vollkommen gerecht wird, aber nichtsdestotrotz seinen Reiz hat.

0