Seit einigen Monaten ist Theresa verschollen. Zuletzt war sie an dem Hellridge College. Um eine Spur zu finden, wo Theresa sein könnte und was damals passiert ist, schreibt sich Freya, Theresas Schwester, ans College ein. Dort lernt sie so gleich Matt MacKenzie kennen. Arrogant, gemein und heiß. Schnell merkt Freya, dass er mit dem Verschwinden ihrer Schwester zu tun hat. Und während sie versucht den Spuren nachzugehen, gibt er sein Bestes, dass sie das College schnellstmöglich verlässt. Und ganz nebenbei läuft ein Spiel, indessen Fängen Freya gefangen ist, ohne es überhaupt zu wissen.

Das Buch wird aus den Sichtweisen von Freya und Matt abwechselnd erzählt. Während ihre Kapitel deutlich länger sind als seine, so enden seine mit Anspielungen des Spiels. Ich hätte mir gewünscht, dass Freyas Kapitel in mehrere unterteilt wären, denn sie waren mir einfach zu lang.

Während der ersten Hälfte des Buches passt das Genre Bully Romance. Matt und seine Freunde nutzen mehrere Gelegenheiten Freya raus zu mobben, denen sie aber stand hält. Die Ideen sind kreativ, aber ich hätte mir hier schlimmere Szenen gewünscht. Die mit Jason war bereits gut, aber dennoch fand ich es im allgemeinen nicht besonders wirkungsvoll. Bully Romance verschwindet in der zweiten Hälfte fast komplett, das fand ich schade.
Diese Hälfte finde ich auch die deutlich stärkere des Buches. Es ist durchaus mal spannend und die Chemie zwischen den beiden gefällt mir auch. Generell haben mir die beiden Protas ganz gut gefallen. Die Hintergrundstory von Ana war leicht zu durchschauen.
Die Bett-Szenen haben einen größeren Teil in der zweiten Hälfte eingenommen und waren prickelnd beschrieben. Aber die Suche nach Theresa ist sehr stark in den Hintergrund gerückt. Ich hätte mir hier wirklich gewünscht, dass Freya viel mehr dahinter her ist und sie und der Leser auch mal was erfährt. Im Endeffekt kommt alles mit einem Mal am Ende heraus. Insbesondere über die psychische Verfassung ihrer Schwester hätten Andeutungen gut getan, weil es für mich am Ende leider eher unglaubwürdig rüber kam.
Das Buch spielt über mehrere Wochen hinweg, was auch immer wieder Erwähnung findet. Einerseits finde ich es gut umgesetzt – eine deutliche Steigerung zum ersten Buch von Cruel Boss von der Autorin -, weil es Szenen gibt, in denen sich die Beziehung zwischen den beiden entwickelt . So hatten beide viel Zeit sich kennenzulernen und sich ineinander zu verlieben, aber der Fokus auf die Suche nach Theresa verlor sich so.
Das Spiel von den Jungs fand ich total langweilig und unnachvollziehbar. Es wurde immer wieder erwähnt, insbesondere wie gefährlich und schlimm es sei. Aber vieles von diesem Spiel hat man überhaupt nicht mitbekommen, weil es ja im Endeffekt nur darum geht, die Frau zu bezirzen um die drei Worte aus ihrem Mund zu hören. Das Ziel war vielleicht moralisch verwerflich, aber der Weg war langweilig. Und gleichzeitig hieß es, dass man nicht aussteigen kann. Die Konsequenz wäre ja, dass man nicht mehr miteinander befreundet wäre. Aber von Freundschaft hat man gar nichts gespürt. Und dass die Frauen nicht wissen, dass sie Teil eines Spiels sind, brachte keine Spannung auf.

Beim Lesen ist mir aufgefallen, dass die Dialoge ständig unterbrochen wurden. Nach jeder direkter Rede gab es einen Absatz Monolog. Teilweise wurde auf etwas geantwortet und ich wusste gar nicht mehr, was die andere Person zuvor gesagt hatte. Das hat der Dynamik des Buches nicht besonders gut getan.

Das Cover ist wirklich schön und weckt direkt Interesse, auch wenn ich nicht ganz verstehe, was der Kronleuchter mit der Story zu tun hat.

Ich bin dankbar es Herzlesen gedurft zu haben, weil ich insbesondere bei Liz Rosen Potential sehe. Das hat sie mit Dark Empire bewiesen, denn ich fand es deutlich besser als der erste Band von Cruel Boss.

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